Google hat gerade bekannt gegeben, dass es rund 94 Milliarden USD an SpaceX-Aktien hält. Dieser Gewinn stammt aus einer Investition, die das Unternehmen bereits im Jahr 2015 tätigte.
Das klingt wie eine riesige neue Investition, ist es aber nicht. Google setzte vor mehr als zehn Jahren auf SpaceX, lange bevor das Unternehmen groß wurde.
Wie Googles Investition in SpaceX im Jahr 2015 begann
Im Januar 2015 steckten Google und Fidelity zusammen eine Milliarde USD in SpaceX. Zusammen erhielten sie knapp 10% des Unternehmens. SpaceX wurde damit mit mehr als 10 Milliarden USD bewertet. Google führte die Finanzierungsrunde an.
In den folgenden zehn Jahren wuchs SpaceX stark. Das Unternehmen ging im Juni für etwa 135 USD je Aktie an die Börse. Damit wurde SpaceX auf fast 1,77 Bio. USD bewertet — der größte Börsengang aller Zeiten. Googles frühe Investition war dadurch etwa 100 Mal mehr wert geworden.
Durch neue Finanzierungsrunden sank Googles Anteil jedoch langsam. Heute hält Google ungefähr 5% an SpaceX.
Warum der Gewinn den Kurs kaum beeinflusste
Der Gewinn wurde im Juni-Quartal von Google ausgewiesen. Die Investitionen stiegen auf dem Papier um rund 99 Milliarden USD. Dadurch erhöhte sich der Gewinn auf 112 Milliarden USD. Anteile am KI-Unternehmen Anthropic trugen ebenfalls dazu bei.
Fast nichts davon war jedoch echtes Geld. Von den 9,11 USD Gewinn je Aktie stammten 6,26 USD aus diesem Buchgewinn. Ohne dieses Ergebnis wäre der Gewinn eher durchschnittlich ausgefallen. Der Anstieg führte sogar zu einer Steuerlast von 21,9 Milliarden USD.
Die Wall Street zeigte sich unbeeindruckt. In seinem Ergebnisbericht für das zweite Quartal erwähnte Google den riesigen Gewinn nur in einem Satz, ohne die Unternehmen zu nennen. Die Aktie schloss dennoch etwa 1,2% schwächer.
Google ist so vorgegangen schon früher. Anfang 2025 verbuchte das Unternehmen einen Buchgewinn von 8 Milliarden USD in gleicher ruhiger Weise.
Investoren interessierten sich stärker für die Ausgaben. Google gab in drei Monaten 44,9 Milliarden USD für KI aus. Dabei verbrauchte das Unternehmen 5,9 Milliarden USD mehr Bargeld, als es einnahm. Diese Rekordausgaben für KI sorgten für Unsicherheit am Markt. Analysten hatten das Risiko bereits im Vorfeld angesprochen.
Der Großteil von Googles SpaceX-Anteil ist gesperrt
Hier gibt es einen Haken: Google kann die Anteile nicht einfach verkaufen und das Geld nutzen. Laut Offenlegung sind 80 Milliarden USD davon vorerst gesperrt. Der Rest bleibt sogar noch länger gesperrt.
Der Wert kann zudem schnell sinken. Nach dem Börsengang stieg die SpaceX-Aktie über 200 USD, fiel aber bis zum 23. Juli auf rund 114 USD. Die ersten Anteile werden im August frei, wenn SpaceX die Geschäftszahlen veröffentlicht.
Die 94 Milliarden USD sind daher ein starkes Ergebnis, aber kein Zahltag. Sie stellen einen Buchgewinn dar, der zum größten Teil vorerst nicht verfügbar ist. Die eigentliche Bewährungsprobe kommt, wenn die Sperrfristen ablaufen und Google tatsächlich verkaufen darf.









