Der Moderator von Mad Money, Jim Cramer, sagte zu seinen Followern, er spüre einen bedeutenden Tag – nur wenige Stunden, bevor NVIDIA (NVDA) die Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal nach Börsenschluss am Mittwoch veröffentlicht. Der rätselhafte Beitrag erschien, während die Aktie sich in ruhigem vorbörslichen Handel nahe 213 USD bewegte.
Die Analysten an der Wall Street rechnen mit einem Umsatz von etwa 92 Milliarden USD und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 2,09 USD. Daher könnte die Prognose nach Veröffentlichung der Zahlen die Richtung für den gesamten KI-Handel vorgeben.
Warum NVIDIA-Zahlen als Marktereignis gelten
NVDA schloss am Dienstag bei 213,05 USD, ein Anstieg um 2,19 %, der eine siebentägige Verlustserie beendete. Die Aktie wurde am Mittwoch im vorbörslichen Handel bei etwa 213,77 USD gehandelt, 0,34 % höher, bei geringem Volumen vor der Ergebniskonferenz um 17 Uhr EDT.
Die ruhige Entwicklung verdeckt die Dimension. Der Marktwert von NVIDIA liegt aktuell nahe 5,16 Billionen USD, groß genug, dass die Kursreaktion nachbörslich den S&P 500 bewegen könnte.
Der Bericht ist auch eine Art Abstimmung über das Risiko einer KI-Blase, da wenige Chip- und KI-Unternehmen den Großteil des Gewinnwachstums im Index ausmachen.
Neben dem Umsatzwert erwarten Analysten Datenzentrum-Umsätze von etwa 85 Milliarden USD. Gleichzeitig haben Optionen- und Geldflussdaten bereits auf eine Gewinnfalle hingewiesen: Selbst bei besseren Zahlen könnte der Kurs ohne positive Prognose kaum steigen.
Bullischer Cramer trifft auf die Inverse-Cramer-Community
Cramer veröffentlichte die Nachricht am frühen Mittwoch auf X (Twitter), nannte NVIDIA dabei jedoch nicht und äußerte sich auch nicht eindeutig zur Kursrichtung.
Seine jüngsten Aussagen lassen jedoch keinen Zweifel am eigenen Standpunkt. Am Montag erklärte Cramer bei Mad Money NVIDIA als besonders wichtig für den KI-Handel und bezeichnete die Ergebnisse als Urteil für das gesamte Ökosystem. Außerdem sagte er, dass die Aktie angeschlagen vor dem Bericht stehe und er für die Konferenz zahlreiche Fragen sammle.
Der Moderator hat wiederholt Sorgen um die Konkurrenz abgetan. Ihm zufolge erscheinen zwar täglich Meldungen zu angeblich besseren Chips der Konkurrenz, diese werden aber nie zu echten Bedrohungen.
„Jeden Tag lese ich von irgendeinem Chip, der NVIDIA überlegen sein soll. Und jedes Jahr sehe ich keine wirklichen Konkurrenten”, sagte er kürzlich.
Auch beim Meta-Aktienprozessrisiko zeigte er vergangene Woche eine ähnliche Gegenposition und widersprach damit nach eigener Ansicht der übertriebenen negativen Berichterstattung.
Kritiker sehen seinen Tweet jedoch anders. In den Antworten wurde die Inverse-Cramer-Strategie erwähnt, ein Memecoin-Narrativ, bei dem Investoren gegen seine Aussagen handeln. Sie wiesen zudem darauf hin, dass er sich nicht klar positionierte. Analysen dieser Strategie zeigen bisher eher gemischte Ergebnisse.
Professionelle Analysten teilen derzeit eher Cramers Einschätzung. Alle 29 von TipRanks beobachteten Analysten bewerten NVDA als starken Kauf, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 304,67 USD auf Zwölf-Monats-Sicht – das entspricht etwa 43 % über dem Kurs von Dienstag.
Ob der Tag wirklich bedeutend wird, hängt jetzt von den Zahlen ab. Die Nachfrage nach Rechenzentren, Kommentare zur Lieferlage und die Prognose für das dritte Quartal werden zeigen, ob der aktuelle Kursrückgang eine Warnung war oder einen neuen Einstiegszeitpunkt markiert.









