Nvidia veröffentlicht heute die Ergebnisse für das zweite Quartal nach Börsenschluss und erwartet einen Umsatz von etwa 91 Milliarden USD.
Die Zahlen werden zeigen, ob die Ausgaben für Künstliche Intelligenz auf mehr Unternehmen verteilt werden oder sich auf wenige Käufer konzentrieren. Nvidia ist das Unternehmen mit dem aktuell größten Börsenwert der Welt. Die Grafikprozessoren von Nvidia stellen heute den Großteil der Rechenleistung für KI-Training und KI-Anwendungen bereit.
Kundenkonzentration macht den Bericht zu einem Stresstest
Nvidias Quartalsbericht vom April zeigte, dass drei Kunden 21%, 17% und 16% des Gesamtumsatzes ausmachten. Diese drei Käufer waren zusammen für 64% der ausstehenden Forderungen verantwortlich.
Das Unternehmen hat begonnen, den Umsatz mit Hyperscalern getrennt von anderen Rechenzentrumsverkäufen auszuweisen. Die Umsätze mit Hyperscalern stiegen im Vergleich zum Vorquartal nur um 12%, während der Umsatz mit anderen Kunden im gleichen Zeitraum um 31% zulegte.
Investoren möchten sehen, ob sich dieser Unterschied heute noch verstärkt. Schnellere Umsatzzuwächse außerhalb der größten Cloud-Anbieter würden die Sorge um eine zu starke Käuferkonzentration verringern. Dies würde zeigen, dass wenige Käufer nicht das gesamte Rechenzentrumsgeschäft von Nvidia kontrollieren.
Eine frühere Ergebnisprognose hob hervor, dass Investoren einen Nachweis für Nachfrage außerhalb des Kernmarkts wünschen. Die von Nvidia selbst bereitgestellte Finanzierung an Kunden erschwert dabei die Bewertung der echten Nachfrage.
Finanzierungsvereinbarungen verwischen das Bild der Nachfrage
Nvidia hat kürzlich eine Finanzierung mit sechs Wall-Street-Unternehmen abgeschlossen: Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR. Diese Plattform soll Investitionen von mehr als 500 Milliarden USD in KI-Infrastruktur ermöglichen. Nvidia-Chef Jensen Huang beschrieb die Strategie in einer Unternehmensmitteilung.
„In der KI ist Rechenleistung Umsatz. NVIDIA-Rechenleistung ist dafür besonders geeignet.”
Dieses vom Anbieter unterstützte Finanzierungsmodell erschwert es Außenstehenden, die organische KI-Nachfrage von Investitionen zu unterscheiden, an denen Nvidia selbst beteiligt war. Ein ähnliches Problem wurde bereits in diesem Monat deutlich, als die Nvidia-Aktie trotz der Ankündigung eines neuen Kreislauf-Finanzierungsgeschäfts fiel.
Die Bedeutung ist größer als nur der Aktienkurs des Unternehmens. Ein breiter Ausverkauf von KI-bezogenen Aktien im letzten Quartal führte dazu, dass auch Bitcoin (BTC) deutlich fiel. Einige Berichte über diesen Big-Tech-Ausverkauf zeigen, wie eng Krypto inzwischen mit dem KI-Markt verknüpft ist.
Nvidias Ausblick für die kommenden Quartale ist diesmal besonders wichtig. Die nächste Chip-Plattform „Rubin” startet im Herbst, und die Führung von Nvidia muss sich wahrscheinlich Fragen zur frühen Akzeptanz durch die Kunden stellen.
Nvidia hat darauf hingewiesen, dass der Wechsel zwischen Chip-Architekturen die Umsätze schwanken lassen kann. Kunden könnten neue Hardwarekäufe aufschieben oder die Einführung langsamer als geplant umsetzen.
Die heutigen Zahlen werden die Diskussion um eine KI-Blase nicht allein entscheiden. Der Unterschied zwischen der Nachfrage von Hyperscalern und anderen Unternehmen spielt eine wichtige Rolle. Ebenso sind Details zur Finanzierung relevant. Zusammen beeinflussen diese Faktoren die Bewertung des KI-Risikos im nächsten Quartal.









