Die Betreiber der Streaming-Webseite Movie4k.to wurden festgenommen. Bei den Hauptbetreibern wurden BTC und BCH im Wert von über 25 Millionen Euro sichergestellt. Den Tätern wird vorgeworfen von Herbst 2008 bis Mai 2013 über 880.000 Raubkopien von Filmen über die Webseite zur Verfügung gestellt zu haben. Der Vorläufer von Movie4k.to war die Webseite Movie2k.to, die im Mai 2013 offline ging.

Bei Movie4k.to handelte es sich um eine Streaming-Plattform, auf der Besucher kostenfrei Filme ansehen konnten. Zur Zielgruppe gehörten vor allem deutschsprachige und englischsprachige Besucher. Movie2k.to zählte zu den 20 meistbesuchten Webseiten Deutschlands. Die Besucher konnten da Filme verschiedenster Genres auf ganz unterschiedlichen Streaming-Diensten ansehen. Teilweise sogar in HD-Qualität.

Ist nun Schluss mit kostenfreiem Streaming?

Problematisch am Angebot von Movie2k.to, Movie4k.to und ähnlichen Webseiten ist, dass die Bereitstellung von Raubkopien als Streamingservice illegal ist. Die beiden Hauptverdächtigen hinter der Plattform sind ein Programmierer und ein Immobilienunternehmer aus Berlin. Seit November 2019 sitzen die Hauptverdächtigen nun in Untersuchungshaft.

Laut dem Medienservice Sachsen sind die Festgenommenen geständig und unterstützen die Strafverfolgungsbehörden bei den weiteren Ermittlungen gegen den noch flüchtigen zweiten Hauptbetreiber. Beiden Verdächtigten wird zudem nicht nur das Betreiben auf der illegalen Film-Webseite vorgeworfen, sondern auch Geldwäsche.

Über die Plattform erhielten die Betreiber nicht nur Einnahmen durch geschaltete Werbung, sondern auch aus Abofallen. Die Gewinne nutzten die Hauptbetreiber dazu, um in Bitcoin zu investieren. Der Programmierer erhielt über 22.000 BTC, die er zum Erwerb von Immobilien nutze.

Neben den Kryptowährungen wurden bei den Verdächtigen auch IT-Technik, Smartphones, Unterlagen und mehr gefunden. Diese Beweise wurden zwar sichergestellt, aber noch nicht abschließend ausgewertet.

Ein Bild von BeInCypto.com.

Welches Strafmaß droht den Movie2k.to-Angeklagten?

Die eingenommenen Gelder leiteten die Festgenommenen über niederländische Briefkastenfirmen und Finanzagenten in Asien und Europa an den Berliner Immobilienunternehmer weiter. Dieser investierte die Gelder dann in Immobilien in Brandenburg, Berlin und Sachsen.

In dem Bericht von Medienservice Sachen heißt es:

Die eindeutige und beweissichere Identifizierung der Bitcoins erfolgte aufgrund von umfangreichen Ermittlungen in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt und der US-amerikanischen Sicherheitsbehörde FBI durch einen forensischen Sachverständigen. Die sichergestellten Bitcoins wurden durch den Programmierer bei seiner staatsanwaltschaftlichen Vernehmung freiwillig zur Schadenswiedergutmachung herausgegeben.

Ganz ähnlich verlief es im Falle der gleichsam aufgebauten Streaming-Plattform kino.to. Vor etwa vier Jahren wurde der Gründer des Streaming-Dienstes festgenommen. Er und weitere Beteiligte erhielten Bewährungs- beziehungsweise Haftstrafen. Noch ist nicht klar, welches Strafmaß den in Untersuchungshaft sitzenden Movie4k.to-Betreibern droht.

Wann die Anklage nun letztendlich erhoben wird, ist noch nicht klar. Unklar ist auch, ob sich das illegale Streaming von Filmen auf diese Weise langfristig unterbinden lässt.