Nach Deal mit JPMorgan: Ist Coinbase nun salonfähig?

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IN KÜRZE
  • Noch vor wenigen Jahren betrachtete der CEO von JPMorgan Kryptowährungen als "reine Spekulation".

  • Nach einer langen Überprüfung macht die Bank jetzt Geschäfte mit den Krypto-Börsen Coinbase und Gemini.

  • Auch in Deutschland wächst das Vertrauen der Banken in Kryptowährungen.

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Das Umdenken dauerte nicht lange. Nachdem JPMorgan Krypto-Börsen  lange arrogant ablehnte, arbeitet die Bank jetzt mit ihnen zusammen.



„Krypto-Währungen sind reine Spekulation. Das wird nicht gut enden,“ sagte Jamie Dimon, CEO von JPMorgan, noch 2017. Nach einem eingehenden Lernprozess hat sich alles geändert: denn seine Bank akzeptierte nun Coinbase und Gemini als Kunden.



Mit mehr als 30 Millionen Kunden ist Coinbase die größte Krypto-Börse in den USA. Gemini, eine kleinere Börse, wurde von den Winklevoss-Zwillingen mitbegründet. Beide legen Wert auf die Überprüfung Ihrer Kunden und auf Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche. [Morning Brew] Das kam schon früher bei den Aufsichtsbehörden gut an.

Lange Überprüfung, überraschender Coup

JPMorgan kommt allerdings mit Bitcoin und Co. nicht in Berührung. Sie kümmern sich allein um die Geldgeschäfte – Überweisungen, Einzahlungen und Auszahlungen, so das Wall Street Journal (WSJ).

Bisher haben traditionelle Finanzinstitute gezögert, Geschäfte mit Kryptowährungs-Unternehmen zu machen. Sie fürchteten die fehlende Haftung und den illegalen Gebrauch von Bitcoin. JPMorgan hat Coinbase und Gemini laut WSJ vor der Genehmigung einem langen Überprüfungsprozess unterzogen. 

Historisch gesehen gab es unter den Early Adopters von Kryptowährungen eine starke Abneigung gegen Banken und vor allem die Zentralbanken. Weil sie von diesen Banken desillusioniert waren, flüchteten sie in das dezentrale, „vertrauenswürdige“ Blockchain-System.

Trotzdem ist Bitcoining heute ein Geschäft, das auch die breite Masse anspricht. Für Coinbase und Gemini kann die Zusammenarbeit mit Mainstream-Institutionen wie JPMorgan dazu beitragen, dass sie seriöser wirken. Und deshalb eher Bitcoin-Neulinge anlocken.

Wachsendes Vertrauen

Zu dieser Charme-Offensive gehören auch Investoren wie Paul Tudor Jones. Er ist eine  Hedgefonds-Legende, der bereits fünf Milliarden Dollar erwirtschaftet hat. Er steigt in den Bitcoin-Markt ein, weil er sich gegen eine künftige Inflation absichern will. Den Zentralbanken wirft er vor, in der Coronavirus-Krise zu viel Geld zu drucken. 

Paul Tudor Jones scheint es sehr ernst zu meinen und lobt die Bitcoiner. «Ich habe ein wenig mehr als  1% meines Hedgefonds in Bitcoins“, sagte er in einem Interview mit dem US-Sender CNBC. „Vielleicht sind wir auch näher bei 2% meines Vermögens. Das ist ein guter Wert im Moment».

Jones schießt gegen den US-Dollar (und alle offiziellen Währungen). Gleichzeitig meint er, dass das Vertrauen in Bitcoin mit jedem Tag seiner Existenz wächst.

Die Regierungen garantieren, dass die Staatswährungen jedes Jahr 2 Prozent verlieren. Sie haben also einen Wert, der in Ihnen wie Sand durch die Finger rinnt.

Bitcoin existiert nun allerdings erst seit elf Jahren und hat noch nicht genug bewiesen, dass er in Krisen stabil sein kann. Die derzeitige Krise gibt ihm Gelegenheit dazu und er scheint tatsächlich eine gute Figur zu machen. Das erkennen nun immer mehr institutionelle Investoren und Banken lobend an. 

Auch in Deutschland wächst das Interesse, da Banken seit Beginn des Jahres die Erlaubnis haben, mit Kryptowährungen zu handeln. Allerdings gestaltet sich dieser Prozess eher schleppend.

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Manfred interessiert sich schon seit einigen Jahren für den Krypto-Raum und setzt seine intensive Erfahrung im journalistischen Bereich mit unterschiedlichen Schwerpunkten um.

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