Nvidias Gewinn im zweiten Quartal übertraf die Schätzungen an der Wall Street und die Prognose lag mit 108 Milliarden USD über den Erwartungen. Dennoch sagt der Analyst Jay Goldberg von Seaport Research Partners, dass die Ergebnisse trotzdem nicht „ausreichend beeindruckend” seien, um die Aktie zu bewegen.
Goldberg ist der einzige Analyst an der Wall Street, der für Nvidia eine Verkaufsempfehlung gibt. Er meint, dass die ausverkaufte Chip-Lieferung kaum Raum für positive Überraschungen in diesem Jahr lässt.
Nvidia übertrifft Erwartungen: Der Markt bleibt jedoch gelassen
Nvidia (NVDA) hat im zweiten Quartal einen Umsatz gemeldet, der die Einschätzungen an der Wall Street um etwa 4 Milliarden USD übertroffen hat. Der Umsatz hat sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt.
Die Prognose für das laufende Quartal beträgt 108 Milliarden USD und liegt damit über den erwarteten 103,9 Milliarden USD der Analysten.
Goldberg erklärte bei Bloomberg Technology, dass das Übertreffen der Schätzungen allein nicht genügen wird.
„Mein erster Eindruck ist: Das ist ein wirklich beeindruckendes Quartal und es wird niemanden interessieren.”
Jay Goldberg, Bloomberg
Er meinte, dass Nvidia-CEO Jensen Huang den Aktienkurs eventuell durch den Ton auf dem Ergebniscall bewegen könnte. Huang ist ein überzeugender Redner, aber sein Erfolg dabei war in letzter Zeit unterschiedlich.
Ausverkauft, kein Raum für Überraschungen
Goldbergs Argument bezieht sich auf das Angebot, nicht auf die Nachfrage. Nvidias Chip-Zuteilungen seien laut Goldberg für das Jahr bereits festgelegt. Das begrenzt den Spielraum, um den Aktienkurs noch weiter zu steigern.
„Sie sind ausverkauft und woher soll ein Aufwärtspotenzial kommen, wenn alles ausverkauft ist? Das wird sich dieses Jahr nicht ändern.”
Jay Goldberg, Bloomberg
Er verwies auf Nvidias Abhängigkeit vom Unternehmen Taiwan Semiconductor Manufacturing Company. Diese Abhängigkeit sei eine Einschränkung, die sich bald nicht auflöst.
Groq, das er als mögliche Nvidia-Übernahme bezeichnete, könnte im nächsten Jahr zusätzliches Volumen ermöglichen. Außerdem könnten Software- und Neocloud-Umsätze weiteres Wachstum bringen.
Er wies auch auf wachsende Konkurrenz hin, etwa durch die Instinct-Chips von AMD, Googles TPU sowie eigene Chip-Projekte bei OpenAI und Anthropic. Dennoch erwartet Goldberg, dass Nvidia den größten Marktanteil behält.
Eine bullische Sichtweise auf der anderen Seite
Nicht alle Analysten sind derselben Meinung. Tim Arcuri von UBS sagte, die Zahlen sollten das Vertrauen in Nvidias Gewinnentwicklung bis 2027 und 2028 stärken. Für ihn sind die Ergebnisse wichtiger als die zurückhaltende Reaktion des Marktes.
Die Aktien von Nvidia machten einen zwischenzeitlichen Kursrückgang nachbörslich kurzzeitig wieder wett. Dieses Muster zeigte sich während Nvidias längster Verlustserie seit 2022 vor den Zahlen.
Ob dieses Muster anhält, könnte darüber entscheiden, ob Goldbergs These eines ausverkauften Angebots weiterhin den Kurs begrenzt.









