Tim Draper: Bitcoin ist sicherer vor Quantencomputern als Banken

  • Tim Draper: Quantencomputer treffen Banken vor Bitcoin, Grund ist nicht die Verschlüsselung
  • Banken sind von „Jetzt ernten, später entschlüsseln“-Quantenangriffen bedroht: Bitcoin bietet keine vertraulichen Daten für Angreifer
  • Bitcoins einzige echte Schwachstelle bei Quantencomputern: Die Community hat bereits eine Lösung, Banken benötigen staatliche Vorgaben
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Tim Draper sagt, dass Quantencomputer Banken knacken werden, bevor sie Bitcoin betreffen. Allerdings liegt der Grund nicht an der Stärke von Bitcoins Verschlüsselung.

In einem Beitrag auf X verwies Draper auf die alte Infrastruktur der Banken und den Mechanismus zur Wiederherstellung im Bitcoin-Netzwerk als Gründe, warum die Blockchain den US-Dollar in einer quantengestützten Zukunft überdauern kann. Beide Argumente sind plausibel. Doch die am meisten kritisierte Schwäche von Bitcoin, nämlich seine vollständige und dauerhafte Transparenz, ist aktuell der wichtigste Quantenschutz.

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Warum Banken von der Bitcoin-Quantengefahr stärker betroffen sind

Der eigentliche Quantenangriff auf Banken findet bereits statt. Sicherheitsforscher sprechen von „Jetzt ernten, später entschlüsseln” (HNDL): Angreifer fangen heute verschlüsselte Banktransaktionen, Kundendaten und institutionelle Kommunikationen ab und speichern sie.

Diese Dateien lagern, bis Quantencomputer leistungsstark genug sind, die sie schützende Verschlüsselung zu knacken. Wenn es so weit ist, werden Jahrzehnte an vertraulicher Finanzhistorie lesbar. Banken können nicht rückgängig machen, was bereits gesammelt wurde.

Bitcoin hat keine vergleichbare Schwachstelle bei diesem spezifischen Angriff. Jede Transaktion, Adresse und jedes Guthaben auf der Blockchain ist schon öffentlich. Das heißt, es gibt kein verschlüsseltes Archiv privater Finanzaktivitäten, das man sammeln könnte.

Dennoch waren quantenresistente Kryptowährungen die stärksten Performer im Mai und entwickelten sich um fast 60 % besser als Bitcoin, obwohl der Gesamtmarkt Kursverluste verzeichnete.

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Die tatsächliche Schwachstelle von Bitcoin und die Lösung

Bitcoin hat tatsächlich ein echtes Quantenrisiko: den ECDSA-Signaturalgorithmus, der Transaktionen autorisiert. Jede Adresse, die jemals Bitcoin gesendet hat, gibt dauerhaft ihren öffentlichen Schlüssel auf der Blockchain preis.

Ein Quantencomputer, der Shor’s Algorithmus einsetzen kann, wäre theoretisch in der Lage, aus einem veröffentlichten öffentlichen Schlüssel den privaten Schlüssel abzuleiten und so gezielt jede genutzte Adresse zu gefährden.

SHA-256, der den Mining-Bereich des Bitcoin-Netzwerks absichert, bleibt hingegen für Jahrzehnte unangreifbar. Um diesen zu knacken, wäre Hardware mit einer Energie ähnlich der eines Sterns nötig.

Für das ECDSA-Problem gibt es bereits eine von der Community entwickelte Lösung: BIP-360 bringt ML-DSA-Post-Quanten-Signaturen, die vom US National Institute of Standards and Technology (NIST) genehmigt wurden. Funktionierende BIP-360-Transaktionen wurden bereits auf dem Testnet durchgeführt. Die Betreiber der Bitcoin-Nodes können über eine Protokollumstellung abstimmen, wenn die Gefahr es erforderlich macht.

Banken verfügen über keinen vergleichbaren Mechanismus zur Selbstverwaltung. Sie arbeiten nach staatlichen Vorgaben: Die NSA verlangt durch das Commercial National Security Algorithm Suite 2.0, dass alle Systeme der nationalen Sicherheit bis Januar 2027 quantensicher sein müssen.

Draper hat recht, dass Banken einer größeren Quantenbedrohung ausgesetzt sind. Allerdings hat er den interessantesten Aspekt dabei nicht genannt.


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Haftungsausschluss

Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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