Rezession im Industriesektor – Produktion um 7% gefallen

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Die industrielle Produktion ging im vergangenen Jahr um 7% zurück. Alleine im Dezember fiel die Produktion um 3,5%. Damit befindet sich der Industriesektor in Deutschland in einer längeren Phase der Rezession. In der nächsten Woche werden BIP-Daten über das letzte Quartal erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt wird dabei vermutlich rote Zahlen aufweisen.



Neue Wirtschaftsdaten schüren Ängste vor Rezession

In einem heute veröffentlichtem Bericht stellte die ING-DiBa die jüngsten Wirtschaftsdaten aus dem industriellen Sektor vor. Im Dezember 2019 ging die industrielle Produktion um 3,5% zurück. Da es sich dabei um den fünften Rückgang innerhalb der letzten sieben Monate handelt, setzt sich damit ein längerfristiger Abwärtstrend fort. Insgesamt fiel die industrielle Produktion im Jahr 2019 um 7%.

Zwar deuten Frühzeitindikatoren darauf hin, dass sich die Wirtschaft wieder stabilisieren wird, allerdings könnte sich die durch die momentan schlechte Auftragslage, den Handelskonflikt mit den USA, sowie das in China grassierende Coronavirus verzögern. In der nächsten Woche sollen Daten über das Bruttoinlandsprodukt im letzte Quartal veröffentlicht werden. Allerdings scheint die ING-DiBa wenig zuversichtlich zu sein, dass es im letzten Quartal ein Wirtschaftswachstum gegeben hat.

Schwarze Schwäne und Sichere Häfen

In seiner gestrigen Kolumne wies der Autor des ING-Berichts, Carsten Brzeski, darauf hin, dass es sich bei dem Coronavirus schon um den zweiten schwarzen Schwan des Jahres 2020 handelt. Bereits am Anfang des Jahres versetzte der Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Märkte in Aufruhr.

Da bereits ganze Städte in China unter Quarantäne stehen, leiden nicht nur die chinesischen Märkte. Auch weltweite Industriesektoren, welche von der chinesischen Produktionskette abhängig sind, bekommen die Auswirkungen des Coronavirus zu spüren. Dennoch endet die Kolumne mit einer positiven Botschaft: “Untergangsprophezeiungen treten eigentlich nie ein. Schwarze Schwäne schon.”

Zwar holt die Wirtschaft die Verluste, welche durch Naturkatastrophen und andere schwarze Schwäne entstehen, in der Regel wieder nach. Dies ist jedoch nur ein geringer Trost für Anleger, welche durch solche Ereignisse einen großen Teil ihres Vermögens verlieren.

Einen wirksamen Schutz vor Wertverlusten durch schwarze Schwäne und Rezession bieten so genannte “sichere Häfen”. Dabei handelt es sich um Anlageformen, die nicht, oder nur wenig mit den Aktienmärkten korrelieren. Klassischerweise wurden Gold und andere Edelmetalle als sichere Häfen gehandelt. Mittlerweile hält allerdings auch die Narrative von Bitcoin als “digitalem Gold” Einzug in den Mainstream.

Einige große Medienhäuser haben diese Narrative bereits aufgegriffen. Dies weist darauf hin, dass Kryptowährungen und insbesondere Bitcoin als Anlageformen an Legitimation gewinnen.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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