Russland führt ab 1. Juli Krypto-Zahlungen ein, um Sanktionen zu umgehen

  • Russland erlaubt Bitcoin- und Stablecoin-Zahlungen im Außenhandel ab 1. Juli
  • Zentralbank kontrolliert grenzüberschreitende Krypto-Flüsse mit China, Türkei, wichtigen Partnern
  • Rubel bleibt einzige Inlandwährung: Neues Krypto-Regime
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Russland wird ab 1. Juli 2026 Krypto-Zahlungen im Außenhandel erlauben. Exporteure erhalten damit eine rechtliche Möglichkeit, Bitcoin (BTC) und Stablecoins von Käufern anzunehmen, die vom westlichen Bankensystem ausgeschlossen sind.

Die Zentralbank Russlands und das Finanzministerium haben das Gesetzespaket gemeinsam abgestimmt. Ab Mitte 2027 drohen Strafen bei illegaler Krypto-Vermittlung, wodurch ein Experiment gefestigt wird, das bereits seit 2024 läuft.

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Ein formaler Ausstieg aus dem Dollar-System

Die staatliche Nachrichtenagentur TASS berichtete über das Ziel vom 1. Juli, bis zu dem die Zentralbank Russlands die Gesetzgebung abschließen soll. Die Regeln betreffen Zahlungen zwischen Importeuren und Exporteuren in Ländern, die trotz westlicher Einschränkungen weiterhin Handelspartner bleiben.

Seit 2022 haben die Sanktionen Russland von SWIFT und von globalen Korrespondenzbanken ausgeschlossen. Krypto-Transaktionen bieten jetzt eine Ausweichmöglichkeit, bei der kein Zugang zur Abwicklung in USD nötig ist.

Krypto-gestützter Außenhandel aus Russland erreichte im Jahr 2025 rund 1 Billion Rubel, also etwa 11 Milliarden USD. Russische Exporteure von Öl, Metallen und Getreide haben bereits Rechnungen mit Geschäftspartnern in China, der Türkei und Indien per Kryptowährung beglichen.

Moskau baut dieses System seit zwei Jahren auf. Ein Pilotprogramm ab 2024 erlaubte in Russland geminte Bitcoin für Energie- und Rohstoffgeschäfte mit asiatischen Käufern. Finanzminister Anton Siluanov unterstützte dies öffentlich als Möglichkeit, bestehende Zahlungsströme in regulierte Bahnen zu lenken.

EU-Sanktionen gegen Russland: Anzahl der sanktionierten Personen und Unternehmen im Zeitverlauf. Quelle: Europäische Union
EU-Sanktionen gegen Russland: Anzahl der sanktionierten Personen und Unternehmen im Zeitverlauf. Quelle: Europäische Union
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Krypto-Zahlungen in Russland unter Aufsicht der Zentralbank

Ab dem vollständigen Inkrafttreten des gesetzlichen Rahmens von 2026 dürfen nur acht lizenzierte Plattformen den Krypto-Handel abwickeln. Jede Überweisung über 100.000 Rubel, etwa 1.300 USD, muss gemeldet werden. Empfänger sind die Zentralbank und Rosfinmonitoring, also die Geldwäschebehörde.

Auch auf den Rubel basierende Token sind vorgesehen. Behörden sehen Stablecoins als paralleles Abwicklungsinstrument für Auslandsgeschäfte. Stablecoins, die an USD oder den Rubel gebunden sind, werden im Finanzministerium weiterhin geprüft.

Die EU hat eine solche Möglichkeit im vergangenen Jahr ins Visier genommen und Stablecoins vom Typ A7A5 verboten, die in Kirgisistan ausgegeben wurden. TRM Labs schätzte, dass A7A5 im Jahr 2025 mehr als 72 Milliarden USD bewegt hat. Chainalysis gab einen Wert von rund 93 Milliarden USD an, ein Teil davon mit Bezug zu sanktionierten Geschäften.

Was vor dem 1. Juli zu beachten ist

Russische Unternehmen, die aktuell noch auf inoffiziellen Plattformen tätig sind, müssen auf die acht genehmigten Anbieter wechseln. Andernfalls drohen ab 2027 Strafen wie beim illegalen Bankgeschäft. Die gesperrte Börse Garantex und ähnliche Plattformen gelten weiterhin als Beispiel, wie Akteure auf zunehmenden Druck von Behörden reagieren.

Inländische Krypto-Zahlungen bleiben verboten. Nur der Rubel gilt weiterhin als einziges gesetzliches Zahlungsmittel in Russland, um die eigene Geld-Infrastruktur vor Volatilität von digitalen Vermögenswerten zu schützen.

Ob die Durchsetzung westlicher Sanktionen auch die neuen Zahlungsströme erfassen kann, ist nun eine zentrale Frage. Moskaus erklärtes Ziel ist ein alternatives Abwicklungsnetzwerk außerhalb von SWIFT. Der Stichtag 1. Juli wird zeigen, wie schnell sich die BRICS-Partner anschließen.


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