Die Massenadaption der Kryptowährungen funktioniert in der Schweiz ganz wunderbar. Während man sich in Deutschland an die neuen Krypto-Regularien gewöhnt, können die Krypto-Nutzer in dem Schweizer Kanton Zug ab dem Jahr 2021 ihre Steuern mit den virtuellen Währungen zahlen.

Zunächst gelten ausschließlich die beiden größten Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum als Zahlungsmittel für den Steuerausgleich. Der Kanton Zug arbeitet hier eng mit dem Schweizer Krypto-Unternehmen Bitcoin Suisse zusammen. Ab dem Jahr 2021 ist Zug also der erste Kanton, der sich in die Welt der digitalen Währungen wagt. Als Vorreiter könnte Zug noch einige weitere Kantons für diesen Schritt begeistern.

Die Schweiz zeigt uns wie es geht: Steuern mit BTC und ETH zahlen

In einem Artikel vom 3. August des lokalen Mediums ZG.ch erklärt Finanzdirektor Heinz Tännler, was es mit dem außergewöhnlichen Zahlungsmittel für den Begleich der Steuerschulden auf sich hat:

Als Heimat des Crypto Valleys ist es uns wichtig, den Einsatz von Kryptowährungen im Alltag weiter zu fördern und zu vereinfachen. Durch die Möglichkeit, Steuerschulden mit Bitcoin oder Ether bezahlen zu können, machen wir einen großen Schritt in diese Richtung.

Dass grade Zug sich für die Kryptowährungen interessiert, ist nicht verwunderlich. Schließlich sitzen hier überdurchschnittliche viele Unternehmen aus der Krypto-Branche. Aber auch Privatpersonen können Bitcoin und Ethereum für die Steuerzahlung nutzen, sofern der Forderungsbetrag unter 100.000 SFR liegt. Ab dem 7. August startet zunächst ein Pilotprojekt, damit für den offiziellen Start im Jahr 2021 die Abwicklung wie geplant läuft.

Bitcoin Suisse als Motivator

Das Unternehmen Bitcoin Suisse hat schon einige kryptoaffine Projekte in unserem deutschsprachigen Nachbarland vorangetrieben.

Dr. Arthur Vayloyan, CEO von Bitcoin Suisse sagt zu der Inklusion von Bitcoin und Ethereum im Steuersystem:

Die Kombination von Handelstechnologie und Zahlungsverkehr mit Kryptowährungen ermöglicht uns, dem Steuerzahler eine gute Benutzererfahrung zu bieten und dem Kanton Zug einen ausgereiften Service zu offerieren.

Allerdings geht Zug kein Währungsrisiko ein. Denn bei der Bezahlung mit ETH oder BTC wird der Betrag sofort in SFR umgewandelt. Auf diese Weise muss sich Zug nicht mit dem Krypto-Wechselkurs auseinandersetzen.

Auch ein vorstellbares Bild in Deutschland?

In Deutschland ist man noch weit von der Inklusion der Kryptowährungen als offizielles Zahlungsmittel entfernt. Während die Nutzer in der Schweiz ihre Tickets für den öffentlichen Nahverkehr bereits mit Kryptowährungen zahlen können, läuft in Deutschland die neue Regulierungslandschaft an.

Ein echtes Krypto-Valley, wie in der Schweiz, fehlt und somit möglicherweise auch die Zielgruppe, die sich für die Integration der Kryptowährungen bei der Steuerzahlung freuen könnte. Übrigens gibt es in der Schweiz nun auch konkrete Pläne zum digitalen Schweizer Franken.