Der Erzeugerpreisindex (PPI) für Januar stieg um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, erwartet waren 2,6 Prozent. Der Kern-PPI legte um 3,6 Prozent statt der erwarteten 3,0 Prozent zu. Das sorgte für fallende US-Aktienmärkte und brachte das Thema Stagflation zurück in die Krypto- und Makro-Community.
Der Erzeugerpreisindex misst die Inflation auf Großhandelsebene. Das ist der Preis, den Unternehmen zahlen, bevor die Kosten an Verbraucher weitergegeben werden. So ist er ein wichtiger Frühindikator für Entscheidungen der US-Notenbank Fed.
Warum das wichtig ist:
- Die Dienstleistungspreise sorgten für den starken Anstieg. Der Kern-PPI erhöhte sich um 0,8 Prozent im Monatsvergleich, erwartet wurden nur 0,3 Prozent. Das ist mehr als doppelt so viel.
- Der S&P 500 fiel um 0,87 Prozent, der Dow Jones um 1,38 Prozent und der Nasdaq um 1,09 Prozent nach Veröffentlichung der Daten. Das zeigt, dass die Märkte ihre Erwartungen für Zinssenkungen sofort angepasst haben.
- Ein höherer PPI als gedacht verringert die Wahrscheinlichkeit für schnelle Zinssenkungen der Fed, lässt die Renditen steigen und setzt Risikoanlagen wie Bitcoin und Altcoins unter Druck.
- Steigende Kosten für Produzenten bei gleichzeitig schwächerem Wirtschaftswachstum schaffen ein Stagflationsszenario. Die Fed kann dann entweder die Zinsen nicht senken, weil sonst die Inflation wieder steigt, oder nichts tun, riskiert aber eine weitere Abschwächung der Wirtschaft.
Die Details:
- Der Gesamt-PPI lag bei plus 2,9 Prozent zum Vorjahr (zuvor: 3,0 Prozent). Der Kern-PPI lag bei plus 3,6 Prozent (zuvor: 3,3 Prozent), laut den am 27. Februar um 8:30 Uhr ET veröffentlichten Zahlen.
- Im Monatsvergleich stieg der Gesamt-PPI um 0,5 Prozent (erwartet waren 0,3 Prozent), der Kern-PPI stieg ebenfalls deutlich um 0,8 Prozent (erwartet: 0,3 Prozent). Der Anstieg kam besonders durch den Dienstleistungsbereich.
- Die Margen im Bereich Handel und Dienstleistungen stiegen um 2,5 Prozent und waren damit der Hauptgrund für die starke Entwicklung beim Kern-PPI.
- Bereits vor Veröffentlichung der Zahlen waren die S&P 500 Futures um 57 Punkte gefallen. Das deutet auf größeren Druck hin, der nicht nur durch den PPI ausgelöst wurde.
- Der Anstieg kam von einer Normalisierung im Handel und nicht durch einen breiten Anstieg der Produktionskosten.
Das große Bild:
- Analysten wie Crypto Rover und Max Crypto sehen mit dem steigenden Kern-PPI und schwächerem Wirtschaftswachstum ein Stagflationssignal. Diese Kombination schränkt die Möglichkeiten der Notenbanken oft stark ein.
- Die Zeit für mögliche Zinssenkungen der Fed wird immer knapper, weil die Inflationsdaten gleich zweimal in Folge höher als erwartet ausfallen. Das stellt die Hoffnung auf eine Entspannung der Inflation vor neue Herausforderungen, gerade zum Beginn des März.