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Web 3 sollte weniger nerven als Web 2

6 min
Aktualisiert von Alexandra Kons
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IN KÜRZE

  • Die Zukunft des Webs ist immer noch die Blockchain. Es müssen nur noch ein paar Probleme gelöst werden.
  • Bei dApps gibt es viele große Probleme mit der Benutzerfreundlichkeit (UX).
  • Web3-Entwickler müssen möglichst reibungslose Funktionen für die Nutzung des Web 3 bieten.
  • promo

Das Verschieben eines Assets von einer Krypto-Wallet zu einer anderen kann einem Kopfschmerzen bereiten, sagt Ahmed Al-Balaghi, CEO von Biconomy. Die Entwickler müssen daran arbeiten, Web 3-Nutzern eine bessere Erfahrung zu bieten.

Du bist ein normaler Mensch, der sich endlich dazu entschlossen hat, das Web 3 auszuprobieren, nachdem du im Internet über die tollen Möglichkeiten gelesen hast. Voller Tatendrang richtest du deine MetaMask-Wallet ein, eine Kryptowährungs-Wallet, die auf Ethereum – einer wichtigen Blockchain – basiert. Du kannst es kaum erwarten, deine Krypto-Token zu verwenden, um auf eine ganze Bibliothek dezentraler Anwendungen (dApps) zuzugreifen, die die Web 3-Version der Web 2-Anwendungen sind.

Ein Beispiel für gängige Web 3 Probleme

Doch es dauert nicht lange, bis du auf die ersten Schwierigkeiten stößt. Du könntest beispielsweise deine Ethereum-basierten Krypto-Token nicht für eine spezielle dApp verwenden, die du nutzen möchtest. Nach vielen frustrierenden Minuten der Recherche stellst du fest, dass es daran liegt, dass die dApp auf der Arbiturm-Blockchain aufgebaut ist. Arbitrum ist eine Layer-2-Blockchain, d.h. sie unterstützt technisch gesehen die Haupt-Blockchain Ethereum, ist aber gleichzeitig von ihr auf gewissen Ebenen getrennt.

Um dieses Problem zu umgehen, muss man manuelle Änderungen an der MetaMask-Wallet vornehmen. Aber die Sache wird noch schlimmer, wenn du mit den astronomischen Gasgebühren konfrontiert wirst – der Transaktionskosten, den du an die Miner zahlst, die deine Anfragen auf der Blockchain ausführen – um deine Gelder von Ethereum zu Arbitrum zu verschieben.

Man muss also in den sauren Apfel beißen, in der Hoffnung, dass man die dApp dann endlich nutzen kann. Doch nein! Du hast USDT zu Arbitrum transferiert, aber du brauchst ETH, um das Gas zu bezahlen. Also musst du auch noch ETH senden und noch einmal die teure Gasgebühr bezahlen. Inzwischen kannst du es dir nicht mehr leisten, irgendeine der Funktionen dieser dApps zu nutzen, und dein ganzer Enthusiasmus, sie auszuprobieren, ist weg.

Tief frustriert von solchen Hürden, die man überwinden muss, gibt man das Web 3 ganz auf und schwört sich, nie wieder Kryptowährungen zu verwenden. Entmutigt kehrt man stattdessen zum vertrauten Komfort und der Einfachheit von Web 2-Anwendungen zurück.

Die Web 3-Benutzererfahrung ist noch nicht optimal

Das obige Szenario ist ein Beispiel für die Frustrationen, die neue Benutzer mit dApps erleben. Die Schnittstellen vieler dApps ähneln denen von Windows 95 und sind ohne technisches Verständnis nur umständlich zu handhaben.

Darüber hinaus müssen Nutzer für die Ausführung einfacher Anfragen in einer dApp, wie z.B. die Verwendung eines Tokens zum Kauf eines nicht-fungiblen Tokens (NFT), eine zusätzliche Gasgebühr entrichten, die manchmal den Wert des NFT selbst übersteigen kann. Die durchschnittlichen Gasgebühren auf Ethereum, auf dem viele dApps basieren, liegen bei etwa 46 Dollar und sind damit 20-mal höher als auf jeder anderen Chain.

Es wurde viel darüber geredet, wie das Web 3 die nächste Ära des Internets einläuten würde. Auf Blockchains aufgebaute dApps sind dezentralisiert, unbestechlich und schützen die Privatsphäre der Nutzer. Im Gegensatz dazu werden im Web2 die Daten der Nutzer von großen Technologieunternehmen missbraucht. Allerdings weisen dApps nach wie vor keine gute Benutzererfahrung auf.

Web 2 Vorteile

Bei Web 2-Anwendungen gibt es kaum Probleme, wenn es darum geht, die Nutzer abzuholen. Wenn jemand ein Konto bei Facebook einrichten möchte, muss er nur ein digitales Formular mit seinen persönlichen Daten ausfüllen, und innerhalb von Sekunden hat er ein Konto. Die Überweisung von Geld von einem Bankkonto auf ein anderes über eine mobile Banking-App erfordert ebenfalls nur minimalen Aufwand.

Im Gegensatz dazu kann das Übertragen eines Assets von einer Krypto-Wallet zu einer anderen echtes Kopfzerbrechen bereiten. Wenn dApps ihr Potenzial voll ausschöpfen und die nächste Evolution des Webs werden sollen, dann muss das Nutzererlebnis nahtlos sein. Das ist nämlich das, was die Nutzer von Web2-Diensten gewohnt sind.

Natürlich handelt es sich bei Blockchain um eine junge Technologie, weshalb Fehler zu erwarten sind. Das bedeutet jedoch nicht, dass Web 3-Entwickler nicht damit beginnen können, die Onboarding-Komplexität und UX-Schmerzpunkte vieler dApps zu beheben.

Wie wird das Gasgebührenproblem behoben?

Wir haben bereits festgestellt, dass Gasgebühren, insbesondere auf Ethereum, sehr hoch und kostspielig sein können. Infolgedessen ist der Onboarding-Prozess für dApps nicht nur schwierig, sondern auch teuer.

Auch wenn die Kosten für Gasgebühren auf Ethereum aufgrund von verschiedener Faktoren variieren können, sind die Gebühren letztendlich wegen der Überlastung der Blockchain so hoch. Einfach ausgedrückt, es gibt zu viele Menschen, die Ethereum-basierte dApps nutzen. Um all diese Transaktionen auf Ethereum ausführen zu können, verlangen die Miner eine höhere Vergütung, was zu hohen Gasgebühren führt.

Bisher haben sich viele, die an dem Problem der hohen Gasgebühren arbeiten, an Layer-2-Lösungen gewandt. Dabei handelt es sich um Chains, die auf der Ethereum-Blockchain operieren und Transaktionen gebündelt übertragen, sodass nur eine Gasgebühr für mehrere Transaktionen anfällt. Dies entlastet die Ethereum-Chain und senkt die Kosten für die Nutzer.

Dies hat zu einer Situation geführt, in der es mehrere Layer-1-Blockchains wie Ethereum, Avalanche und andere zusammen mit Layer-2-Lösungen gibt, die auf ihnen arbeiten. Die Verbindung dieser Chains zu einem Multi-Chain-System für das Web 3 ermöglicht eine höhere Skalierbarkeit, was auch zu niedrigeren Transaktionsgebühren bzw. Gasgebühren führt, da der Datenstau auf die verschiedenen Chains aufgeteilt wird.

Eine Zukunft ohne Gasgebühren

Für das Web 3 wird die Zukunft nur dann glänzend sein, wenn sie frei von Gasgebühren ist. Leider werden die Gasgebühren aufgrund des enormen Rechenaufwands, der immer noch erforderlich ist, um Blockchains am Laufen zu halten, auch mit all den Skalierungslösungen nicht so bald vollständig beseitigt werden können. Das bedeutet jedoch nicht, dass die digitale Arbeit nicht anderweitig erledigt werden kann. So müssen die Nutzer nicht in jedem Fall die Gasgebühren zahlen.

Anstatt von den Nutzern zu verlangen, dass sie für die Nutzung einer dApp Gasgebühren zahlen, können diese Kosten stattdessen von der App als Teil der betrieblichen Investitionen übernommen werden. Herkömmliche Web 2 dApps zahlen beispielsweise selbst für Cloud-Hosting und Serverkosten für alle Nutzeraktivitäten. Wenn dApps die Gasgebühren für die Nutzer eliminieren können, indem sie die Gasgebühren übernehmen oder sponsern, beseitigt dies eine wichtige Eintrittsbarriere für neue Nutzer, die zum ersten Mal in die Welt des Web3 eintauchen.

Transaktionskosten: Auswahl ist Key

Die deutliche Reduzierung oder besser noch die völlige Abschaffung der Gasgebühren ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Aber das Thema Gasgebühren ist nicht das einzige Problem, das neue Nutzer mit dApps haben.

Der Großteil der Frustrationen bei der Nutzung von dApps ist darauf zurückzuführen, dass die Nutzer den systemeigenen Token einer dApp verwenden müssen, um die App nutzen zu können. Wenn du ein neuer utzer bist und keine ETH hast, dann sind viele dApps im Web3-Ökosystem für dich unbrauchbar. Das bringt die Nutzer in die schwierige Lage, entweder vorhandene Token in ETH zu tauschen oder eine digitale Wallet nutzen zu müssen, um ETH zu kaufen.

Um eine angenehme Erfahrung mit dApps zu schaffen, müssen Web 3-Entwickler Lösungen in ihre Anwendungen implementieren, die es den Nutzern ermöglichen, mit dApps mit jedem beliebigen Token zu interagieren, den sie möchten. Egal, ob es sich um die Bezahlung von Gasgebühren oder die Durchführung einer Aktion handelt, die Nutzer sollten die Wahl haben, wie sie bezahlen wollen. Indem man den Nutzern Optionen bietet, anstatt sie auf nur einen Token für die Zahlung zu beschränken, wird das Nutzererlebnis nicht nur unkomplizierter und, sondern auch noch die Zugänglichkeit von dApps besser.

Nahtlose Multi-Chain-Erfahrung

Die fehlenden unterschiedlichen Token-Zahlungsoptionen sind nicht der einzige Grund, warum das aktuelle Web 3-Erlebnis eingeschränkt ist. Die eigenständige Natur der verschiedenen Blockchains erschwert die Navigation und Interaktion mit dem neuen Raum.

Aktuell müssen die Menschen die verschiedenen Chains kennen, wissen, was sie tun und welche spezifischen Tools sie benötigen, um mit jeder zu interagieren. Ein einfaches Multi-Chain-Erlebnis bedeutet, dass ein Nutzer nicht einmal wissen muss, auf welcher Chain er sich befindet, während er sie nutzt. Stattdessen würde er einfach einige Aufgaben erledigen, während sich die dApps im Hintergrund um die Details kümmern.

Das Web 3 muss vom Web 2 lernen

Man sagt, dass Nachahmung die aufrichtigste Form der Schmeichelei ist. Im Falle des Web 3 ist die Nachahmung der Art und Weise, wie Web 2-Entwickler die UX-Erfahrung rationalisieren, mehr als nur Schmeichelei – sie ist eine Notwendigkeit. Ein Vergleich zwischen Web 2- und Web 3-Anwendungen ist unfair, da die Web 2-Entwickler mindestens zwei Jahrzehnte Zeit hatten, die Benutzerfreundlichkeit zu perfektionieren.

Aber in vielerlei Hinsicht ist dies auch ein Segen für Web 3-Entwickler, da viele Standardverfahren für die Optimierung des UX-Designs bereits etabliert sind. Der nächste Schritt besteht nun darin, dass die Web 3-Entwickler die richtigen Lösungen in dApps implementieren, um einen reibungslosen und mühelosen Einstieg in die Web 3-Action zu ermöglichen, ohne dass man ein technisches Genie sein oder ein Vermögen dafür ausgeben muss.

Die Zukunft des Webs ist immer noch die Blockchain. Es müssen nur noch ein paar Probleme behoben werden.

Über den Autor

Ahmed Al-Balaghi

Ahmed Al-Balaghi, ist CEO und Mitbegründer von Biconomy, einem Multi-Chain-Relayer-Netzwerk, das die Web 3-Erfahrung vereinfacht. Als Entwicklerplattform ermöglicht das Netzwerk Blockchain-Entwicklern, eine vereinfachte Transaktions- und Onboarding-Erfahrung für ihr Web3-Projekt zu ermöglichen. Außerdem möchte das Unternehmen die DeFi-Erfahrungen optimieren und vereinfachen.

Ahmed Al-Balaghi, ist CEO und Mitbegründer von Biconomy, einem Multi-Chain-Relayer-Netzwerk, das die Web 3-Erfahrung vereinfacht. Als Entwicklerplattform ermöglicht das Netzwerk Blockchain-Entwicklern, eine vereinfachte Transaktions- und Onboarding-Erfahrung für ihr Web3-Projekt zu ermöglichen. Außerdem möchte das Unternehmen die DeFi-Erfahrungen optimieren und vereinfachen. Mit über drei Jahren Erfahrung in der Blockchain-Branche in China, Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten arbeitet Ahmed daran, die Zukunft der Multi-Chain mitzugestalten, sie weiterzuentwickeln. Er ist der festen Überzeugung, dass die Zukunft des Blockchain-Ökosystems nur dann gesichert ist, wenn alle Blockchains ineinander integriert werden können.

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