Über die anhaltenden Proteste in Weißrussland nach der Neuwahl des Staatschefs Alexander Lukaschenko haben wir bereits ausführlich berichtet. Und noch immer hat sich an der Situation vor Ort nicht viel verändert, denn die Bürger Weißrusslands demonstrieren nach wie vor gegen den zweifelhaften Wahlsieg von „Europas letztem Diktator“.

Während die Menschen in Weißrussland zu Beginn der Demonstrationen nur eingeschränkten Zugang zum Internet hatten, verbreiten sich über die Sozialen Medien immer wieder Videos über die aktuelle Situation im Land. Diese Videos zeigen unter anderem, wie Uniformierte friedliche Demonstranten in Polizeitransporter bringen. Ferner sprach Lukaschenko ein Demonstrationsverbot aus und versuchte angekündigte Kundgebungen durch Absperrungen zu verhindern.

Mit dem Bitcoin in die Freiheit!

Eine in den Niederlanden ansässige gemeinnützige Organisation „Belarusian Solidarity Fund“ unterstützt die Demonstrierenden nun mit Entschädigungen in Form von BTC. Diese finanzielle Hilfe soll vor allen denen Unterstützung bieten die aufgrund der Teilnahme an den anhaltenden Protesten in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind.

Der Chefredakteur von ForkLog, Nick Schteringrad, postete folgende Botschaft auf Twitter:

EXKLUSIV: NGO aus den Niederlanden zahlt belarussischen Bürgern Bitcoin, wenn sie aus ideologischen und politischen Gründen entlassen wurden. Der von Technologieunternehmern gegründete BYSOL-Fonds ist der Ansicht, dass Bitcoin oder eine Stablecoin eine alternative Wirtschaft in Belarus antreiben könnten.

Eingerichtet haben den Fonds basierend auf einer KI-Lösung DeepDeep Yaroslav Likhachevsky und Alexey Kuzmenkov. Sie gehen davon aus, dass das Wahlergebnis in Weißrussland manipuliert worden ist. Ferner sind Likhachevsky und Kuzmenkov der Meinung, dass die Aktionen der Polizei gegen die Demonstranten illegal sind. Entsprechend möchten sie die Bürger Weißrusslands mit dem Fonds unterstützen.

In einem Artikel von ForkLog erklärt Jaroslaw Lichatschewski:

Der Staat übt Druck auf das Management der Fabriken aus, das Management wiederum droht den Streikenden mit Massenentlassungen, einige werden demonstrativ vor dem Kollektiv entlassen. Die derzeitige Regierung versucht, gewöhnliche Menschen einzuschüchtern, wir versuchen, diese Bedrohungen zu neutralisieren.

Erste Erfolge stellen sich bei der NGO ein

Auch Likhachevsky und Kuzmenkov bangen um ihre Freiheit. Denn vermutlich ist gegen sie bereits Haftbefehl erlassen worden. Dennoch zeigt sich das Projekt erfolgreich, denn in der ersten Woche sammelte das Team bereits 1 Million Euro. Mittlerweile ist der Betrag auf über 2 Millionen Euro angewachsen.

Die Spenden sammelt die NGO über Facebook und nutzt für die Zahlungen vor allem PayPal und Revolut. Besonders gefragt als Währungen sind Bitcoin und Ethereum. Denn internationale Fiat-Transaktionen unterbindet der Staat mittlerweile.

Ferner sind die Kryptowährungen in Weißrussland legal. Nun erhalten Betroffene Unterstützung in Bitcoin und der nächste Schritt könnte der Verkauf von Waren und Dienstleistungen gegen BTC sein.

Likhachevsky führt aus:

Es gibt bereits Dutzende von Geschäften, die bereit sind, Preisschilder in Kryptowährungen anzubringen. Vor unseren Augen findet die Geburt der belarussischen Krypto-Ökonomie statt, an der innerhalb von ein oder zwei Jahren Millionen von Weißrussen beteiligt sein werden. Es gibt keinen Platz für den Staat darin.

Wir werden sehen, inwieweit sich die Krypto-Ökonomie in Weißrussland durchsetzen kann. Google hat bereits eine für das Auspionieren der Bürger genutzte App entfernt, wie Zdnet berichtet.