Wie erklärt sich der Anstieg des Crypto.com Tokens – ein Blick hinter die Kulissen

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IN KÜRZE
  • Der CRO-Token von Crypto.com verzeichnete in diesem Jahr einen deutlichen Kursanstieg.

  • Das Handelsvolumen hat sich seit dem Marktcrash im März verzehnfacht.

  • Ein vollständiges Krypto-Ökosystem mit einem starken Referral-Programm sorgt für stetige Nachfrage.

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Der Token von Crypto.com (CRO) hat seinen Kurs seit Anfang des Jahres fast vervierfacht und war damit der beste Performer unter den Kryptowährungen mit einer Markkapitalisierung von mehr als einer Milliarde USD. 



Im Juni war CRO der am besten performende Token auf dem Markt. Warum also hat er andere digitale Assets in den Schatten gestellt und wie erklärt sich der Erfolg von Crypto.com?

Kursentwicklung von CRO im Vergleich mit Bitcoin. Quelle: Coingecko.

Was ist Crypto.com?

Laut ihrer Webseite hat sich Crypto.com die Aufgabe gesetzt, den weltweiten Übergang zu Kryptowährungen zu beschleunigen. Crypto.com ist ein Unternehmen mit Sitz in Hongkong, welches bereits seit einiger Zeit im Krypto-Sektor aktiv ist. Bis 2017 war die Firma unter dem Namen Monaco bekannt.



Zu dieser Zeit sammelte Monaco 26,7 Mio. USD durch den Verkauf ihrer MCO Tokens ein. Einer der hauptsächlichen Anwendungsfälle für diese Tokens war ein Belohnungssystem für die Nutzer ihrer Kreditkarten.

Später haben sie mit CRO einen neuen Token aufgelegt, welcher der native Zahlungstoken für die Crypto.com Blockchain werden sollte. CRO wurde im Dezember 2018 per Airdrop an MCO-Besitzer verteilt. Seitdem haben mindestens 20 Handelsplattformen den Token gelistet.

2020 stieg CRO schließlich zur am besten performenden Kryptowährung mit einer Marktkapitalisierung von über einer Milliarde US-Dollar auf. Die Zahl seiner Nutzer ist von einer Million im September 2019 auf zwei Millionen im Mai 2020 angewachsen.

Seitdem kam innerhalb von nur zwei Monaten eine weitere Million an aktiven Nutzern hinzu. Dadurch explodierte sowohl der Kurs, als auch das Handelsvolumen des Tokens.

Anstieg des Handelsvolumens von CRO im Juni. Quelle: Tradingview.

Das Geschäftsmodell von Crypto.com

2018 kaufte Monaco die Domain Crypto.com für eine unbekannte Summe. Mit diesem Rebranding wechselte der damalige Anbieter von Visa-Karten zu einem komplexeren Geschäftsmodell. Crypto.com hatte eine große Vision bezüglich Kryptowährungen. Sie entwickelten zu diesem Zweck eine ganzes Ökosystem: eine einfach zu benutzende hot Wallet, eine Handelsplattform mit niedrigen Transaktionsgebühren und eine eigens entwickelte Blockchain.

Dazu kamen Krypto-Debitkarten mit einem großzügigen Cashback-Programm und einem Zahlungssystem, welches es Unternehmen ermöglicht, Krypto-Zahlungen anzunehmen. Zu guter Letzt haben sie ein System für Kreditvergabe mit guter Verzinsung und attraktive Staking-Belohnungen entwickelt.

Crypto.com ist das einzige Unternehmen, welches Krypto-Debitkarten sowohl in den USA, Europa, als auch Asien anbietet. Seit ihrer Markteinführung haben sie ihr Cashback-Programm stetig weiterentwickelt.

Je mehr MCO Tokens die User staken, desto höher fällt ihr Cashback aus. Quelle: Crypto.com.

Was ist das Geheimrezept?

Wer sich in der Welt der Kryptowährungen bewegt hat vermutlich schon mal eine Werbeanzeige für Crypto.com gesehen. Dieses starke Fokus auf Marketing über Promotions und Sponsoring hat dem CRO-Token viel Interesse eingebracht. Hier ein kleiner Blick darauf, was das Marketing so erfolgreich gemacht hat.

Referral-Programm

Wie ein Vertreter von Crypto.com kürzlich gegenüber Coindesk erklärte: “Unsere primäre Quelle für Neukunden ist Mundpropaganda.”

Ein Twitter-User bietet jedem, der sich über seinen Ref-Link anmeldet 10 USD an. Quelle: Twitter.

Diese Mundpropaganda lässt sich durch eine gute Referral-Strategie wunderbar ergänzen. Das tut Crypto.com so gut wie kein anderes Krypto-Projekt. Wenn normale Benutzer anderen Neukunden einen Teil ihrer Belohnung anbieten, dann macht man mit seinem Referral-Programm sicherlich alles richtig. Andererseits kann dies auch als ein Warnsignal für eine spekulative Blase betrachtet werden.

Branding-Strategie

Im Juni gab Crypto.com bekannt, dass sie ein eigenes Emoji auf Twitter bekommen. Wenn Twitter-Nutzer den Hashtag #CRO in ihre Tweets einfügen, erscheint automatisch das Logo des Tokens, egal ob die Nutzer das wünschen, oder nicht.

Zwar war Bitcoin die erste Krypto-Währung, welcher dieses Hashtag-Branding erhielt, allerdings kam bis zu diesem Zeitpunkt außer Bitcoin und CRO keinem weiteren Token diese Ehre zuteil. Viele Nutzer haben dies fälschlicherweise als Zeichen einer weltweiten Akzeptanz von CRO interpretiert.

In Wirklichkeit ist dies offenbar nur eine Dienstleistung, welche Twitter jedem anbietet, der dafür bezahlt. Laut einigen Berichten kostet dieser Branding-Service über eine Million US-Dollar. Auch Binance und Tron haben diese Dienstleistung seitdem in Anspruch genommen.

Ständig neue Sonderangebote

Ende Juni feierte Crypto.com seinen vierten Jahrestag. Zur Feier des Tages gab es einen Rabatt von 50 % auf Bitcoin-Käufe in Höhe von einem Gesamtwert von 2 Mio. USD. Die Marketing-Abteilung des Unternehmen budgetierte diese Promotion daher mit einer Million US-Dollar.

Die jüngste Ausgabe des Crypto.com Syndicate bot einen Rabatt von 50 % auf Bitcoin-Käufe. Quelle: Twitter.

Das Geschäftsmodell von Crypto.com ist verzwickt. Sie müssen ständig weitere Nachfrage nach ihren Tokens schaffen, indem sie ihre Nutzerzahl vergrößern. Dies erreichen sie durch Rabatte über ihr Promotion-System, genannt “Syndicate”. Um daran teilzunehmen, müssen Nutzer CRO-Tokens kaufen und für einen Zeitraum von 180 Tagen staken. Dadurch erklärt sich die Kursstabilität der Tokens.

Am wichtigsten ist allerdings, dass sie die Nachfrage nach den Tokens erhöhen. Zu diesem Zweck gibt es das Referral-System. Wenn Sie Crypto.com bei YouTube eingeben, finden sie hunderte von Nutzern, die mit Referral-Codes für das Unternehmen werben.

Warnsignale

Wie bei jedem anderen Krypto-Projekt gibt es mehrere Anschuldigungen der Nutzer gegenüber den früheren Aktivitäten von Crypto.com. In diesem Reddit-Thread zeigt beispielsweise ein Mitglied des Subreddits r/ethfinance verschiedene technische Probleme auf. Einige Nutzer mussten bis zu 72 Stunden warten, bis ihre Bitcoin-Abhebung bearbeitet wurde.

Dem Thread zufolge stammen einige Mitglieder der Führungsriege von Crypto.com aus den Reihen von Ensogo. Dies war ein australisches E-Commerce-Unternehmen, welches in Südostasien tätig war. Ensogo bot seinen Nutzern täglich Rabatte und Blitzverkäufe mit einem ähnlichen Geschäftsmodell wie Groupon an.

Ensogo stellte seine Tätigkeit schließlich ein, wodurch viele Nutzer auf deutlichen Verlusten sitzen blieben. Einige Kunden berichteten, dass sie ihre Coupons überhaupt nicht nutzen konnten. Ein Vergleich der aggressiven Marketing-Strategie von Ensogo mit der von Crypto.com ist statthaft. Dies gilt insbesondere in Hinblick darauf, dass einige Mitglieder des Vorstands von Crypto.com früher bei Ensogo beschäftigt war, einschließlich ihres CEO Kris Marszalek und ihres CFO Rafael Melo.

Ein weiteres Problem ist, dass sie auf Wirecard als Kartenanbieter zurückgriffen. Dieses in Aschheim bei München beheimatete Unternehmen meldete kürzlich Konkurs an, nachdem ihr Chef Markus Braun wegen Betrugsvorwürfen verhaftet wurde. Crypto.com ist nicht direkt von dem Skandal betroffen und hat bekannt gegeben, dass alle Kundengelder nach wie vor sicher sind. Allerdings mussten sie die Herausgabe von neuen Karten an Kunden in Europa und den USA vorläufig einstellen.

Zu gut um wahr zu sein?

Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es das vermutlich auch nicht. Die Produkte von Crypto.com sind derzeit unter den besten auf dem Markt und sie halten die Zielvorgaben ihrer Roadmap vermutlich besser, als die meisten anderen Krypto-Projekte ein.

Ihre aggressive Marketing-Strategie baut auf ein starkes Branding, hohe Ausgaben für Werbung und ein Referral-Programm auf. Dies bringt dem Unternehmen das Interesse von tausenden Neukunden in jeder Woche ein. CRO zeigt einen deutlichen Aufwärtstrend und Krypto-Nutzer staken Millionen von US-Dollar auf der Plattform, um Belohnungen über die Zinsrate für Kredite und das Crypto.com Syndicate zu erhalten. Was mit dem Kurs der CRO-Tokens passieren wird, sobald die Nachfrage ihr natürliches Maximum erreicht, wird sich allerdings nur mit der Zeit zeigen.

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