Coinbase: Insider sollen Kundendaten manipuliert haben

23. Juli 2022, 09:30 GMT+0100
Aktualisiert von Toni Lukic
23. Juli 2022, 09:30 GMT+0100
IN KÜRZE
  • Drei Männer wurden des Insider-Handels angeklagt.
  • Einer der Angeklagten arbeitete bei Coinbase und nutzte nicht-öffentliche Informationen zum eigenen Vorteil.
  • In knapp einem Jahr verdienten die Angeklagten über 1,1 Millionen US-Dollar.
  • promo

Coinbase Insiderhandel: Die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) hat den ehemaligen Produktmanager Ishan Wahi, seinen Bruder und einen Freund wegen Insiderhandels angeklagt. Die drei Männer erzielten Gewinne von mehr als 1,1 Millionen US-Dollar.

Gurbir S. Grewal, Direktor in der Vollstreckung der SEC, stellte in seinem Schreiben fest:

“Es geht uns nicht um Etiketten, sondern um die wirtschaftlichen Realitäten eines Angebots. In diesem Fall ist die Realität, dass es sich bei einer Reihe der fraglichen Krypto-Assets um Wertpapiere handelt. Die Angeklagten haben mit diesen Wertpapieren, wie bereits angeführt, im Vorfeld des Listings auf Coinbase, typischen Insider-Handel betrieben. Seien Sie versichert, dass wir auch weiterhin gleiche Wettbewerbsbedingungen für Anleger sicherstellen werden, unabhängig von der Bezeichnung der betreffenden Wertpapiere.”

Insiderhandel und die SEC

Die SEC betonte, dass die Angeklagten ein Schema für den Handel mit bestimmten Krypto-Assets entwickelt hatten. Lange bevor die Coins für die Öffentlichkeit verfügbar waren. Während seiner Tätigkeit bei Coinbase half Ishan Wahi bei der Koordinierung der öffentlich gehandelten Ankündigungen der Plattform. Diese beinhalteten, welche Kryptowährungen oder Token verfügbar sein würden.

Carolyn M. Welshhans, amtierende Leiterin der Crypto Assets Unit der SEC, erklärte:

“In fast einem Jahr erzielten die Angeklagten durch die Beteiligung an einem mutmaßlichen Insiderhandels-System zusammen über 1,1 Millionen US-Dollar an illegalen Gewinnen. Wiederholt nutzten die Männer wesentliche, nicht-öffentliche Informationen, um vor den Coinbase-Ankündigungen entsprechend zu traden. Wie auch der heutige Fall zeigt, werden wir unserer Verantwortung nachkommen, indem wir den Insiderhandel mit Wertpapieren aufdecken und bekämpfen. Dies werden wir tun, wo auch immer wir derartige Aktivitäten feststellen, sei es bei Aktien, Optionen, Kryptowährungen oder anderen Wertpapieren.”

Die Klage wurde beim Bundesbezirksgericht in Seattle, Washington, gegen Ishan Wahi, Nikhil Wahi und Ramani eingereicht. Die New Yorker Gerichte kündigten die Einleitung des Strafverfahrens gegen die Angeklagten an.

Reaktion von Coinbase

Im April hatte Coinbase über Twitter angekündigt, eine Liste mit potenziellen Vermögenswerten zu “veröffentlichen”, welche im zweiten Quartal des Jahres auf der Plattform gelistet werden. Die drei Beschuldigten sollen dann mit Käufen zuvorgekommen sein.

In einem Blog erklärte Coinbase: “Nach dem Vorwurf des Frontrunnings bestimmter Vermögenswerte im Vorfeld einer Unternehmensankündigung haben unsere Rechts-, Sicherheits-, Sonderermittlungs- und Global Intelligence-Teams sofort eine interne Untersuchung in dieser Angelegenheit eingeleitet. Im Laufe unserer Ermittlungen haben wir drei Verdächtige identifiziert: einen Coinbase-Mitarbeiter, der vermutlich gegen unsere Global Digital Asset Trading Policy verstoßen hat und zwei Personen, die nicht bei dem Unternehmen angestellt sind. Unserer Meinung nach haben die drei zusammengearbeitet.

Nachdem wir genügend Beweise gesammelt hatten, um unseren Verdacht zu erhärten, übermittelten wir dem DOJ (Department of Justice) Informationen über unseren Mitarbeiter und kündigten diesen darauf anschließend. Am 21. Juli 2022 erhob das DOJ gegen die Verdächtigen Anklage wegen Drahtbetrugs und Verschwörung zum Drahtbetrug im Zusammenhang mit dem Missbrauch vertraulicher Informationen von Coinbase über Vermögenswert-Listings.”

Ein Bild von BeInCrypto

Im Juli sagte der Vorsitzende der US-amerikanischen Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEC), Gary Gensler, dass es in Betracht gezogen würde, Kryptowährungsunternehmen von bestimmten Wertpapiergesetzen zu entbinden. Die Unternehmen sollen davon überzeugt werden, die Vorschriften im Allgemeinen einzuhalten. Gleichzeitig betonte Gensler, dass mehrere dieser Plattformen außerhalb der Compliance-Standards operieren, doch nannte keine spezifischen Namen.

“Es gibt eine potenzielle Möglichkeit. Ich habe die Unternehmen, Kreditvergabe- und Handelsplattformen dazu aufgefordert, mit uns zu kommunizieren.”

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