Coinbase verkauft “Geo-Tracking-Daten” von Kunden an US-Einwanderungsbehörde

30. Juni 2022, 16:47 GMT+0100
Aktualisiert von Alexandra Kons
30. Juni 2022, 16:47 GMT+0100
IN KÜRZE
  • Coinbase verkaufte eine Software zur Nachverfolgung von Krypto-Transaktionen.
  • Die Software ermöglicht sogar die Erfassung historischer Geo-Tracking-Daten.
  • Coinbase ist auf Compliance und Regulierung bedacht, was jedoch oft zu Kritik führte.
  • promo

Coinbase verkaufte der United States Immigration and Customs Enforcement (ICE) eine Software, mit der Krypto-Transaktionen nachverfolgt werden können.

Die Software kann Transaktionen nachverfolgen, die mit verschiedenen Kryptowährungen, darunter auch Bitcoin, Ether und Tether, getätigt wurden.

The Intercept berichtete, dass die Kryptobörse Coinbase Geo-Tracking- und weitere Daten an die ICE verkaufte. Die ICE ist für grenzüberschreitende Kriminalität und illegale Einwanderungen in die USA zuständig. Der Bericht beruft sich auf Vertragsunterlagen, welche The Intercept zur Verfügung gestellt wurden.

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Coinbase unterzeichnete bereits kleinere Verträge mit anderen Behörden

Der Vertrag zwischen Coinbase und der ICE wurde im September 2021 unterzeichnet und beläuft sich auf maximal 1,3 Millionen US-Dollar. Dabei handelt es sich jedoch nicht um den ersten Vertrag, den Coinbase mit der US-Regierung abschloss. Die Kryptobörse unterzeichnete in der Vergangenheit bereits kleinere Verträge mit anderen Behörden.

Coinbase Tracer ist eine Software, die der Regierung und privaten Kunden die Nachverfolgung von Blockchain-Transaktionen ermöglicht. Die Software soll Behörden und Interessierten die Möglichkeit bieten, “illegale Aktivitäten wie Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu untersuchen” und “Krypto-Adressen mit realen Menschen zu verbinden“.

Die größte Auswirkung hat wahrscheinlich die Tatsache, dass der Vertrag auch die Bereitstellung von historischen Geo-Tracking-Daten vorsieht.

Ein Bild von BeInCrypto

Daten stammen angeblich aus öffentlichen Quellen

Coinbase-Sprecherin Natasha LaBranche erklärte, dass die Daten aus öffentlichen Quellen stammen und “keine Benutzerdaten von Coinbase verwendet werden“. LaBranche äußerte sich jedoch nicht dazu, wie genau die ICE den Coinbase Tracer nutzt.

Coinbase verkaufte bereits ähnliche Services an die Drug Enforcement Administration, den Internal Revenue Service und den Secret Service. Der Vorstand von Coinbase erklärte, dass das Unternehmen den Fragen der Regierung nachkommen wolle und Cyberkriminelle, die Kryptowährungen nutzen, aufspüren würde. Coinbase richtete zudem einen Intelligence Service zur Einhaltung der Krypto-Vorschriften ein. Die Kryptobörse bemüht sich um die Einhaltung der KYC– (Know Your Customer) und AML- (Anti-Money Laundering) Vorschriften.

Coinbase machte auch Schlagzeilen wegen der Entscheidung, die niederländischen Vorschriften einzuhalten und somit persönliche Daten wie Adressen zu sammeln. Um Transaktionen auf der Kryptobörse durchzuführen, ist es für niederländische Nutzer jetzt erforderlich, persönliche Daten wie den vollständigen Namen und die Adresse anzugeben. Obwohl es um Coinbase in der Vergangenheit einige Kontroversen gab, gehört die CEX weiterhin zu den beliebtesten Kryptobörsen der Welt.

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