BeInCrypto hat mit den Gründern des Unternehmens Onyze gesprochen. Dies ist Teil 2 des Interviews, bei dem es um die möglichen Auswirkungen der von der Europäischen Union angestrebten Regularien in Bezug auf die Kryptowährungen geht. Wir haben mit Ángel Quesada, CEO und Gründer von Onyze, Alvaro Alcañiz, CMO und Gründer von Onyze, und Eneko Knörr, Gründer von Onyze, gesprochen. Teil 1 gibt es hier zu lesen.

Momentan liegt Europa, was die Integration der Kryptowährungen und der Blockchain-Technologie angeht, noch weit hinten. Die Regulierung in Asien und Lateinamerika ist im Vergleich schon weiter fortgeschritten. Könnte es sein, dass die Regulierungsbehörden nicht zwischen Stablecoins und Bitcoin unterscheiden?

Eneko Knörr: Möglicherweise, aber auf jeden Fall haben Stablecoins und Bitcoin sehr wenig miteinander zu tun. Das sind zwei verschiedene Welten.

Arbeitet Europa an einer Vormachtstellung im Bereich Finanzpolitik?

Europa könnte sich eine Vormachtstellung in diesem Bereich sichern, wenn die Regularien die Entwicklung dieses Sektors nicht behindern, sondern fördern. Glaubst du, dass Europa auf dem Weg zu einer dominierenden Geldpolitik ist?

Álvaro Alcañiz: Wie viele im Technologiesektor bereits wissen, hat das Silicon Valley Europa in Bezug auf Technologie-Integration abgehangen. Und genau das versucht Europa nun in diesem zweiten, großen Umschwung zu vermeiden. In den ersten Jahren der „Kryptowährungs-Ära“ haben vor allem die USA und einige asiatische Ländern die Oberhand gewonnen.

Europa ist nun gezwungen diese Entwicklung zu überholen. Diese Bemühung hat auch die neuen Gesetze zur Verhinderung von Geldwäsche hervorgebracht.

Aus der Sicht von Onyze ist dies alles positiv für ein Ökosystem mit enormem Potenzial in Europa. Sowohl auf der Seite des technologischen Unternehmertums als auch auf der Seite der Bankunternehmen; Hier verfügt Europa über ein enormes Know-How sowie über mehrere der mächtigsten Unternehmen weltweit. All dies, vereint in demselben geopolitischen Umfeld, kann unter angemessener Regulierung zu einem Weltreferenzökosystem führen.

Kann Regulierung die Entwicklung Europas verlangsamen und damit die Kryptoindustrie auf dem Kontinent zum Scheitern verurteilen?

Álvaro Alcañiz: Natürlich. Ein Missmanagement des Markttempos oder ein Missverständnis der Funktionsweise und des Wertesystems neuer Geschäftsmodelle kann zu einer Verlangsamung führen, die jede Möglichkeit, die Chancenfenster eines bedeutenden Unternehmens zu nutzen, vollständig ausschließt.

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Spanien hat bereits eigene Maßnahmen zur Regulierung ergriffen

In Europa haben Deutschland, Frankreich und Malta individuell begonnen. Wo steht Spanien momentan und wie schätzt ihr diese Entwicklung als spanisches Unternehmen ein?

Ángel Luis Quesada: Obwohl dies nicht üblich ist, gehörten wir in dieser Hinsicht zu den ersten und wichtigsten Gemeinschaften innerhalb der EU. Diesmal haben die spanischen Behörden großartige Arbeit geleistet, um an dem Fortschritt teilzuhaben.

Ángel Luis Quesada erklärt aber auch, dass Spanien nun vor gewaltigen Problemen steht.

Allerdings kamen andere Probleme auf. Wie beispielsweise Covid-19. Nun befindet sich die Wirtschaft Spaniens im Ausnahmezustand und zunächst muss sich die Regierung auf dieses Problem fokussieren. Wir hätten sicherlich an der Krypto-Spitze stehen können, allerdings geht es jetzt um wichtigere Themen.

Hoffentlich verlieren wir unsere gute Position nicht. Denn Nadia Calviño, Vizepräsidentin für Wirtschaft und digitale Transformation, hat zuletzt widersprüchliche Aussagen in Bezug auf die Währungssouveränität der Kryptowährungen gemacht.

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Die Welt der CBDCs und Stablecoins: Ein weiteres Feld zur Regulation

Weltweit arbeiten bereits Länder am Aufbau eigener CBDCs. Könnten die angestrebten Krypto-Regularien darauf abzielen die Entwicklung der Kryptwährungen zu verlangsamen, um in Bereich der CBDCs aufzuholen? Könnten die Regierungen diese Pause nutzen, um ihre eigenen Token zu erstellen?

Ángel Luis Quesada: Ich beziehe mich genau auf die von Nadia Calviño unterzeichnete Erklärung, in der eine Reihe von Vorschriften für CBDC und Stablecoins abgewogen werden, die bei Erfolg ihr Überleben in der EU sehr erschweren.

Zusammenfassend geht es um die folgenden Punkte:

  • Bei einer Stablecoin müssen alle Mittel im Verhältnis 1: 1 zu einer Fiat-Währung gedeckt sein.
  • Die Gelder müssen auf Depotkonten von der EU akzeptierten Unternehmen gespeichert werden.
  • Die auf diesen Konten reservierten Mittel müssen in Euro oder einer gültigen Währung innerhalb der EU gehalten werden. Sie sollten von anderen Fonds in anderen Vermögenswerten getrennt gehalten werden, um das Risiko einer Änderung des Vermögenswerts zu vermeiden.
  • Wenn sie zum Kauf und Verkauf verwendet werden sollen, müssen sowohl Käufer als auch Verkäufer in der Lage sein, direkt in Euro einzulösen, um diese Vermögenswerte jederzeit und an jedem Ort als Euro verwenden zu können.
  • Unternehmen, die mit dieser Art von Vermögenswerten in Verbindung stehen, müssen in der EU registriert sein, bevor sie ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen können.
  • Darüber hinaus müssen alle Teile der Regulierung der Geldwäsche und der Terrorismusprävention eingehalten werden.
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Ein Blick in die Zukunft

Wie könnte sich dieser mögliche neue Rechtsrahmen auf die Crypto Asset Custody-Branche auswirken? Würdet ihr euer Unternehmen auf einen anderen Kontinent verlegen?

Ángel Luis Quesada: Schwer zu sagen. Wir befassen uns schon seit einiger Zeit mit dieser Thematik. Nach vielen Treffen mit den spanischen öffentlichen Verwaltungen, wissen wir dennoch nicht, was die Zukunft uns bringen wird.

Ángel Luis Quesada erklärt, dass es um den Schutz der Endverbraucher geht.

Denn wir müssen nicht weit gucken, um in diesem Bereich schweren Betrug und Diebstahl ausfindig zu machen. Das hat zu Verlusten in Millionenhöhe geführt. Und das nicht nur in Spanien.

Ferner erklärt er, dass die Regulierungen für Onyze positiv sein könnte.

Für uns ist diese Regelung etwas, das uns auch helfen wird, die Türen der skeptischsten Benutzer zu öffnen, die darauf gewartet haben, dass eine Regelung Klarheit bringt. Jetzt ist es soweit und wir werden da sein, um die Bedingungen erfüllen und beste Voraussetzungen für die Endverbraucher zu garantieren.

Wie sollten die Regeln beschaffen sein, um ein perfektes Gleichgewicht zwischen Schutz und positiver Entwicklungen zu garantieren?

Álvaro Alcañiz: Ich weiß nicht, ob es wirklich eine 100% richtige Antwort auf diese Frage gibt. Wie wir jedoch vom Onyze-Team sehen, müssen die Regeln, Benutzern und Investoren die Sicherheit und Qualität der angebotenen und konsumierten Dienstleistungen und Produkte garantieren.

Er erläutert, dass die Regeln neuen innovativen Geschäftsmodellen nicht im Weg stehen dürfen.

Das zeigt ihre Fähigkeit, durch ihre Dienstleistungen und Produkte der Gesellschaft insgesamt wirklich einen Nutzen zu bringen, der nicht mehr als Systeme umfasst, die darauf ausgelegt sind, gewöhnliche Menschen zu täuschen und zu betrügen.

Vielen Dank, Ángel Quesada, Alvaro Alcañiz und Eneko Knörr!

Auf Spanisch geschrieben von Daniel Ramirez-Escudero, übersetzt von Alexandra Kons.