MiCA und Krypto-Regulierung: Europa hat sich entschieden

Aktualisiert von Alexandra Kons
IN KÜRZE
  • MiCA-Verordnung verabschiedet! Europa hat einen neuen Krypto-Rechtsrahmen!
  • DeFi, Stablecoins, Utility Token uvm. werden künftig durch die neue Regulierung abgedeckt.
  • MiCA tritt 18 Monate nach Veröffentlichung im europäischen Amtsblatt in Kraft.
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Nachdem vor zwei Tagen bereits die Travel Rule (TFR) finalisiert wurde, steht nun auch die erste vollumfassende Regulierung für Krypto-Assets in Europa: MiCA.

Regulierung gehört zum Krypto-Space. Auch wenn es einige nicht willkommen heißen: Europa hat nun als erste wichtige Wirtschaftszone eine umfassende Krypto-Regulierung verabschiedet. Nachdem sich die europäischen Organe bereits vor zwei Tagen auf die TFR einige konnten, folgt jetzt auch MiCA. Die Markets-in-crypto-assets-Regulation.

MiCA Trilog: Durchbruch! Europa ist der erste Kontinent mit einer Krypto-Asset Regulierung. Parlament, Kommission & Rat haben sich auf ausgewogene #MiCA geeinigt. Für mich als Berichterstatter war wichtig, dass es hier keine Verbannung von Technologien wie #PoW gibt /1″, so Stefan Berger vom EU-Ausschuss ECON.

Der Trilog ist ein aus den drei EU-Organen Parlament, Kommission und Rat zusammengesetztes Gesetzgebungsverfahren. Dabei übernimmt die Kommission eine vermittelnde Rolle, um die Forderungen von Rat und Parlament in Einklang zu bringen.

Krypto-Regulierung findet in Europa im Trilog statt: MiCA
Ein Bild von BeInCrypto

Die größte Bekanntheit beim üblichen Krypto-Trader erreichte MiCA wahrscheinlich mit dem geplanten Proof-of-Work Verbot. In einer mittlerweile überarbeiteten Version hieß es, dass “nicht energieeffiziente Konsensmechanismen” (also Proof of Work) verboten werden. Nach einem Aufschrei der ganzen Krypto-Industrie und auch politischen Vertretern ist dieser Passus zum Glück Geschichte.

Was bringt die MiCA-Regulierung für Europa?

Als europäische Verordnung tritt MiCA 18 Monate nach Veröffentlichung im europäischen Amtsblatt in Kraft. Dieser Zeitraum soll der Branche dazu dienen, sich an die neuen Spielregeln anzupassen.

MiCA soll viele Dinge, welche in Vergangenheit kein gutes Licht auf den Krypto-Space warfen, in Zukunft unterbinden. So beispielsweise den Terra-Luna-Crash, welcher bei entsprechenden EU-Regelungen für europäische User nicht so verheerend ausgefallen wäre. Oberstes Ziel für MiCA ist daher die Transparenz im Zusammenhang mit der Ausgabe von Kryptoassets und der Verbraucherschutz.

Priorität hat zudem eine umfassende Regulierung des Vertriebs, der Ausgabe und des Handels mit Krypto-Assets. Ebenso umfasst MiCA eine Unterscheidung zwischen verschiedene Arten von Token und knüpft dazu unterschiedliche Rechte und Pflichten für das ausgebende/handelnde Unternehmen. Künftig wird zwischen E-Geld-Token, Utility-Token, wertreferenzierten Token, uvm. unterschieden.

Wird Krypto künftig in Europa gleich behandelt?

Obwohl die Regelung unter Kritik steht, ist es doch zumindest ein Fortschritt, dass in der gesamten EU nun einheitliche Regeln in Bezug auf Krypto-Assets gelten. Trotzdem gehen die Meinungen dazu eher in Richtung: Es hätte schlimmer sein können. Wirklich zufrieden können wir nach all den Bemühungen ja auch nicht sein.

Seth Hertlein von Ledger, sieht eine Überregulierung in Bezug auf Stablecoins gegeben und kritisiert die Betriebsstätten-Anforderung für Unternehmen. Diese müssen künftig in der EU ansässig sein, um einen Stablecoin ausgeben zu können.

Zudem sieht er eine potenzielle Gefahr in der Re-Evaluierung durch die EU-Kommission gegeben. Diese soll innerhalb von zwei Jahren Standards für nachhaltige Konsensmechanismen erarbeiten.

Zusätzlich müssen auch Krypto-Asset Anbieter in Zukunft den Energieverbrauch und die Auswirkungen ihrer Kryptowährungen auf die Umwelt offenlegen. Erreicht werden soll dies durch Regulatory Technical Standards.

Erst vor kurzem hat das amerikanische Unternehmen Circle bekannt gegeben einen europäischen Stablecoin, den EUROC, auszugeben. Unter Anbetracht der Umstände mit MiCA bleibt es fraglich, ob Circle eine den EUROC in Zukunft auch in Europa anbieten will.

Zurzeit kann Circle seinen EUROC noch ohne Bewilligung anbieten, müsste sich aber nach Inkrafttreten von MiCA mit den Regularien abfinden. Denkbar ist auch eine Zukunft mit MiCA, in welcher der EUROC allen Usern außerhalb Europas zur Verfügung steht (z.B. die Schweiz), aber nicht Europäern.

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