Snap AR-Brillen kommen nun auch in Fabriken und an Verkaufstheken zum Einsatz. Das Unternehmen hat am Mittwoch Nvidia, Amazon Web Services und Salesforce als Geschäftspartner für seine Specs-Brillen gewonnen.
Mit diesem Schritt erschließt Snap einen zweiten Markt für das Gerät, das Investoren im Juni noch skeptisch aufgenommen hatten. Für Einkaufsteams zählt weniger das Aussehen als der geschäftliche Nutzen.
Snap AR-Brillen erhalten KI-Agents von Nvidia, AWS und Salesforce
Snap hat die Bereiche Handel, Produktion und Außendienst im Visier. Salesforce steuert seine Agentforce-KI-Plattform für den Arbeitsplatz zu Specs bei. Das Personal kann laut Snap ein Objekt erkennen, einen Fall öffnen und Unterlagen freihändig aktualisieren.
Mit AWS sind die Specs mit Amazon Quick verbunden, dem KI-Assistenten von Amazon für die Arbeit. Im Handelsbeispiel von Snap fragt eine Mitarbeiterin, wo sich ein Produkt befindet, und sie sieht Bestandsdaten direkt vor ihren Augen.
Nvidia liefert KI-Agents aus seinem XR-Softwarepaket. Snap beschreibt Agents, die einen Raum erfassen, Unternehmensdaten abrufen und Mitarbeitende bei Aufgaben anleiten.
Bisher fehlen noch Details zu Geschäftsmodellen. Snap hat keine Pilotkunden genannt und keine Preise für Unternehmen veröffentlicht.
Warum die Aktie mehr als Partner braucht
Das Produkt für Verbraucher ist schwer zu verkaufen. Snap brachte die Specs für 2.195 USD im Juni an den Markt, woraufhin die Aktie an diesem Tag fast 10 % verlor.
Die Aktie schloss bei 5,72 USD, ein Minus von 1,89 %. Sie hat in diesem Jahr etwa 30 % an Wert verloren.
Auch für institutionelle Halter gibt es Hürden. Das Connected Case-Bundle mit Mobilfunkanschluss kostet 2.395 USD, daher erfolgt ein größerer Einsatz nur in teuren Schritten.
Noch größer ist die Hürde beim Wachstum. Werbung brachte 5,19 Milliarden USD von insgesamt 5,93 Milliarden USD Umsatz von Snap für das gesamte Jahr 2025 ein, deshalb spielt Hardware nur eine geringe Rolle im Kerngeschäft.
Zudem hat das Unternehmen im Jahr bis Juni 311 Millionen USD Verlust gemacht. Verträge mit Unternehmen versprechen stabilere Einnahmen als der Verkauf von Geräten. Dennoch hinterfragen Investoren bereits Ausgaben für KI im gesamten Sektor.
Salesforce kennt diese kritische Analyse gut. Die Aktie stieg Anfang September um 22 % nach einem Anthropic-Deal.
An der Wall Street herrscht weiter Zurückhaltung. 43 Analysten stufen Snap als Halten ein, ihr durchschnittliches Kursziel von 7,38 USD liegt jedoch etwa 29 % über dem aktuellen Schlusskurs.
Specs werden im Herbst in den USA, Großbritannien und Frankreich ausgeliefert, und die Partnerlogos verschaffen Snap Argumente für die Budgets 2027. Allerdings werden am Ende nur unterschriebene Verträge den Aktienkurs bewegen.









