Bitcoin startet in die letzte Februarwoche auf unsicherem Boden, weil Makrokräfte (US-Wirtschaftsdaten) erneut die kurzfristige Richtung vorgeben.
Nach den gemischten Signalen der vergangenen Woche, wie einer moderaten PCE-Inflation, stabilen Arbeitslosenanträgen bei 206.000 und vorsichtigen Protokollen der Fed-Sitzung, bleibt unklar, wie schnell die Zinsen gesenkt werden könnten. Die nächste US-Notenbank-Sitzung findet am 17. und 18. März statt.
Wichtige US-Wirtschaftsereignisse, die Trader jetzt im Blick haben
Da die Erwartungen an Zinssenkungen derzeit ausgewogen sind, könnte der Wirtschaftskalender in dieser Woche neue Schwankungen in den Krypto-Markt bringen.
Fed-Vertreter treten ins Rampenlicht
Von Montag bis Mittwoch sprechen viele Vertreter der US-Notenbank, unter anderem die Gouverneure Christopher Waller und Lisa Cook, der Präsident der Notenbank von Chicago Austan Goolsbee, der Präsident der Notenbank von Atlanta Raphael Bostic und weitere Personen.
Die Märkte rechnen momentan mit zwei bis drei Zinssenkungen im Jahr 2026. Jede Änderung im Ton der Reden kann diese Erwartungen schnell beeinflussen.
Waller und Bostic haben sich in der Vergangenheit oft eher vorsichtig gezeigt. Sie heben häufig hervor, wie wichtig es ist, die Inflation genau zu beobachten und Entscheidungen von den aktuellen Daten abhängig zu machen.
Falls sie weiter auf das Thema „letzte Strecke“ bei fallender Inflation oder auf Geduld bei Zinssenkungen eingehen, könnten die Renditen von Staatsanleihen und der US-Dollar steigen. Dies könnte zu Druck auf den Bitcoin-Kurs führen und ihn möglicherweise nach unten ziehen.
Andersherum könnten zurückhaltende Aussagen, die auf ein verlangsamtes Wachstum oder eine nachlassende Stärke am Arbeitsmarkt hinweisen, den Dollar schwächen und zu einer Erleichterungsrallye bei riskanten Anlagen führen.
Da viele Reden dicht beieinander stattfinden, steigt zudem die Gefahr von Schwankungen innerhalb eines Tages, vor allem wenn die Aussagen nicht einheitlich sind. Für dich als Bitcoin-Trader ist in dieser Woche nicht die Geldpolitik selbst, sondern der Ton der Notenbank entscheidend für starke Kursbewegungen.
Verbrauchervertrauen
Der Verbraucherindex des Conference Board für Februar folgt auf einen schwachen Wert von 84,5 im Januar. Dieser lag deutlich unter den Erwartungen und passt zur Einschätzung, dass die Wirtschaft sich in einer schwierigen Phase befindet.
Für den Februar erwarten Experten eine leichte Verbesserung auf 87,5. Die Stimmung ist jedoch weiter gedrückt, vor allem wegen der erhöhten Lebenshaltungskosten und anhaltender Inflation.
Die PCE-Daten von letzter Woche zeigten eine Inflation von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der Kernwert lag bei 3,0 Prozent. Das zeigt, dass der Preisdruck weiter anhält.
Ein besser als erwarteter Wert beim Verbrauchervertrauen, besonders bei einem Wert über 90, würde den Eindruck einer starken Verbraucherschaft bestätigen und die „No-Landing“-Theorie stärken.
Das würde die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen dämpfen, den Dollar stärken und auf den Bitcoin-Kurs drücken.
Wird der Wert jedoch unter 85 gemeldet, zeigt das deutliche Schwächen der Wirtschaft. In dem Fall könnten die Chancen für eine Zinssenkung, vor allem im März, steigen und somit den Bitcoin-Kurs stützen.
In der Vergangenheit haben Überraschungen beim Verbrauchervertrauen oft zu Kursbewegungen von ein bis zwei Prozent beim Bitcoin geführt, besonders wenn sie zu den restlichen Marktdaten passen.
Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
Die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung sind weiterhin ein wichtiger Indikator für den Arbeitsmarkt. Letzte Woche gab es einen Rückgang auf 206.000. Das hat viele überrascht und zeigt, wie stabil der Arbeitsmarkt aktuell ist. Deshalb ist die US-Notenbank weiter vorsichtig mit schnellen Zinssenkungen. Die Experten erwarten nun 215.000 Anträge.
Wenn die Zahl unter 210.000 fällt, wäre das ein Zeichen für anhaltende Stärke auf dem Arbeitsmarkt. Das könnte die Stimmen stärken, die weitere Zinssenkungen kritisch sehen.
In diesem Fall könnten die Renditen steigen und der Bitcoin-Kurs etwas unter Druck geraten. Starke Arbeitsmarktdaten schieben Zinssenkungen oft nach hinten und bremsen so die Unterstützung für riskante Anlagen.
Steigt die Zahl allerdings über 225.000, wachsen die Sorgen um einen schwächeren Arbeitsmarkt, vor allem, wenn auch Unternehmensumfragen negativ ausfallen.
So eine Entwicklung kann die Angst vor einer Rezession verstärken. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen, was für den Bitcoin unterstützend sein kann, da viele Trader auf lockerere Finanzbedingungen hoffen.
Obwohl die wöchentlichen Anträge normalerweise 0,5 bis 1,5 Prozent Schwankung beim Bitcoin-Kurs auslösen, kann die Reaktion stärker ausfallen, wenn die Daten deutlich von den letzten Aussagen der US-Notenbank abweichen.
PPI: Produzentenpreisindex erklärt
Der PPI (Erzeugerpreisindex) für Januar beendet diese Woche. Erwartet wird eine Veränderung beim Gesamtwert und beim Kernwert von etwa drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Nach der PCE-Veröffentlichung in der letzten Woche liefert der PPI erste Hinweise auf Inflationsdruck, bevor dieser die Verbraucher erreicht. Somit bietet er einen Blick auf die Entwicklung vor allen anderen.
Ein höher als erwarteter Kernwert über 3,2 Prozent könnte neue Sorgen über die Inflation auslösen und die Erwartungen an Zinssenkungen verringern. Dann könnten sich ähnliche Schwächen zeigen wie zuletzt nach dem PCE-Bericht. Das würde den Bitcoin-Kurs belasten, da der USD stärker werden und die Realrenditen steigen würden.
Liegt der Wert jedoch unter 2,8 Prozent, wäre das ein Zeichen für nachlassende Inflation. Die Märkte würden dann wohl mit noch mehr Zinssenkungen rechnen. Das schwächt den USD und könnte den Bitcoin-Kurs in Richtung 70.000 USD treiben.
Da der PPI am Monatsende veröffentlicht wird, stärkt er oft die wöchentlichen Trends. Zusammen mit den Arbeitslosenzahlen kann das zu Schwankungen von zwei bis drei Prozent beim Bitcoin führen, falls die Erwartungen deutlich verfehlt werden.
Da die Verbindung von Bitcoin zum Nasdaq und zum US-Dollar aktuell auf Mehrmonatshochs liegt, bleibt das große Wirtschaftsumfeld das wichtigste Thema.
Bewegen sich diese Woche die Marktdaten in eine lockere Richtung, kann der Bitcoin-Kurs mit drei bis fünf Prozent Plus reagieren. Gibt es aber einen einheitlich strengen Ton, könnte es eine ähnlich starke Korrektur geben. Weiterhin bestimmen also vor allem Erwartungen an die Liquidität, nicht die Krypto-Grundlagen das Geschehen.