Aktienmärkte: Schwärzeste Handelswoche seit der Finanzkrise

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Durch die Ängste um das Coronavirus befinden sich die Aktienmärkte im freien Fall. Der Deutsche Aktienindex (DAX) verzeichnete in dieser Woche Verluste von über 10%.



Auch an diesem Tag setzt sich die Talfahrt auf den deutschen Aktienmärkten fort. Der Deutsche Aktienindex fiel um weitere vier Prozent auf einen derzeitigen Stand von 11,869 Punkten. Dies ist der niedrigste Stand seit dem Oktober 2019. Laut dem Marktbericht des ARD-Börsenmagazins steuern die Märkte auf die schwärzeste Handelswoche seit Beginn der Weltfinanzkrise 2008 zu. [ARD]

Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt

Auch an den US-Aktienmärkten zeichnen sich hohe Verluste ab. Die Wall Street vermeldet, dass der Dow Jones seit Beginn der Handelswoche um 12,5% auf 24,819 Punkte. Dies ist sein niedrigster Stand seit dem Juni 2019.



Aller Wahrscheinlichkeit wird die US-Amerikanische Zentralbank Federal Reserve mit einer Zinssenkung auf die Kursverluste reagieren. Diesen Luxus hat die EZB leider nicht. In Europa liegt der Hauptrefinanzierungszinssatz bereits bei null Prozent. Die einzige Möglichkeit besteht in einer weiteren Steigerung der negativen Zinsen auf Einlagen.

Nach einem Luftschlag in Syrien, bei dem 33 türkische Soldaten getötet wurden, wachsen auch in der Türkei die Sorgen vor einer Verschärfung des Konflikts. Der Aktienindex BIST 100 startete den Handelstag mit einem Verlust von über 10% im Vergleich zum Schluss des Vortags. Zwar erholte sich die Börse in Istanbul seitdem wieder leicht, trotzdem muss sie an diesem Handelstag einen Verlust von 4,1% vermelden.

“Sichere Häfen” werden weich

Auch Gold verzeichnete eine eher schwache Woche. Zwar stieg der Goldpreis am Dienstag auf seinen höchsten Stand seit 2013, allerdings erfolgte schnell eine Kurskorrektur. Alleine am heutigen Tag fiel der Goldpreis um 1,7% und liegt damit auf einem niedrigeren Stand als noch vor einer Woche.

Derweil befinden sich die Krypto-Märkte im freien Fall. Bitcoin fiel in den letzten 24 Stunden um weitere 2,4% und steht derzeit bei einem Kurs von $8653. Im Vergleich zur Vorwoche ist dies ein Verlust von 10,7%. Die meisten Altcoins waren noch stärker betroffen. Insgesamt verlor die Kryptowirtschaft fast 50 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung.

Historisch gesehen waren Altcoins sehr stark mit Bitcoin korreliert, wobei diese bei fallenden Märkten in der Regel stärker betroffen waren. Jedoch korreliert Bitcoin weder mit traditionellen Finanzmärkten, noch mit Gold. So wie es aussieht, macht die Kryptowirtschaft “ihr eigenes Ding”.

Dies zeigt einerseits, dass Kryptowährungen durchaus als Absicherung gegen wirtschaftliche Unsicherheit durchaus tauglich sind. In Zeiten besonderer Instabilität, wie sie durch das Coronavirus derzeit ausgelöst wird, ist es allerdings verständlich, dass sich nur wenige Investoren der Volatilität der Krypto-Märkte aussetzen wollen. Es ist daher derzeit fraglich, ob Bitcoin seinen Status als “sicheren Hafen” behaupten kann.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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