DeFi Daily: Belohnungen für Open-Source Entwickler

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IN KÜRZE
  • Blockchain-Projekte haben verschiedene Möglichkeiten, um Open-Source Entwickler zu bezahlen.

  • Wird Free TON zu einem echten Ethereum-Killer, oder einem weiteren Fehlschlag?

  • Dharma ermöglicht Fiat-Einzahlungen direkt vom Bankkonto.

  • promo

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Wie kann man Open-Source Entwickler für ihre Mühen belohnen? Monero, UMA, Radix und Free TON haben dafür unterschiedliche Ansätze.

Mit dem Monero-Entwickler Riccardo Spagni unterhielten wir uns vor Kurzem darüber, wie Open-Source Entwickler für ihre Beiträge kompensiert werden. Ein Alleinstellungsmerkmal von Monero war dabei, dass die Community die Entwicklung von bestimmten Features über ein Crowdfunding-Programm finanzieren kann.

Verschiedene Ansätze für Open-Source Anreize

Auch das DeFi-Protokoll UMA startet nun ein Programm, um Open-Source Entwickler zu bezahlten. Sie wollen dabei jede Woche 50,000 UMA (~325,000 USD) an die Entwickler auszahlen. Insgesamt hat die Plattform 35 % des Gesamtangebots an UMA-Tokens für dieses Programm zur Seite gelegt. Der Gesamtwert dieses Fonds beläuft sich auf 250 Mio. USD.

Ähnliche Ansätze gibt es auch bei der DeFi-Fokussierten Smart Contract Plattform Radix. Dort können Entwickler ihren Code in einen Modulkatalog eintragen und Lizenzgebühren für die Nutzung des Codes verlangen. Diese Gebühren werden dann zusammen mit den Gasgebühren des Netzwerks automatisch abgerechnet.

Ein weiterer Ansatz zur Entlohnung von Entwicklern kommt von Free TON. Nachdem der Start des Telegram Open Network von der US-Wertpapieraufsicht SEC verhindert wurde, übergab das Telegram-Team ihre bereits fertig entwickelte Software an ihre Community. Diese führte die Community die Entwicklung als dezentrales Projekt weiter, wobei die gesamte Versorgung der TON-Tokens an Entwickler und Unterstützer ausgeschüttet wird.

Ist maximale Dezentralisierung die Lösung?

Bislang hat sich dieses Modell für die Entwickler als sehr erfolgreich erwiesen. TON wurde im Oktober erstmals auf einer relativ unbekannten Börse namens Coineal gelistet. Nach den ersten Ausverkäufen hat sich der Kurs von TON seit etwa einer Woche recht stabil gehalten und steht derzeit bei 1,20 USD.

Allzeit-Kursverlauf von TON. Quelle: Coingecko.

Dies würde TON eine Marktkapitalisierung von über 6 Mrd. USD geben und auf Platz 5 im CMC100-Ranking katapultieren. Diese Preisfindung sollte jedoch mit Vorsicht aufgenommen werden. Es gibt noch viele unbekannte Faktoren, welche sich zeigen, wenn TON auf bekannteren Börsen gelistet wird.

Die Community, welche an dem Aufbau der Plattform mitwirkt, ist für ein Projekt mit dieser Marktkapitalisierung extrem klein. Einerseits könnte eine hochrangige Notierung einen weiteren Ausverkauf auslösen. Sollte der Kurs von TON jedoch einen Sprung machen, würde dies Free TON gefährlich nahe an Ethereum heranbringen.

Beide Möglichkeiten liegen auf dem Tisch. Allerdings gibt es auch einige starke Faktoren, die dafür sprechen. Der beliebteste Bot für Telegram-Gruppen, Combot, hat TON kürzlich integriert und damit auf dem Telegram-Messenger verfügbar gemacht hat (was ja ursprünglich der Zweck des Telegram Open Network war). Die kleine, aber sehr aktive Community von Free TON hat starke finanzielle Anreize, um weitere Partnerschaften zu finden.

Der Faktor, der möglicherweise am meisten für Free TON spricht, ist der Grad der Dezentralisierung. Travin Keith sprach kürzlich in einem Interview mit uns, dass es Proof of Stake Blockchains nicht schaffen, für eine gerechte Verteilung der Tokens zu sorgen.

Der Ansatz TON ausschließlich an Open-Source Entwickler und andere wertvolle Mitglieder der Community zu verteilen, anstatt an Investoren und das Kernteam, könnte in dieser Hinsicht tatsächlich Abhilfe schaffen. Die Annahme, dass ausgerechnet Free TON der Ethereum-Killer sein wird, mit dem niemand gerechnet hat, ist daher nicht unrealistisch.

Wird Dharma die ultimative On-Ramp?

Während sich der Umtausch von einer Kryptowährung in eine andere dank dezentralen Handelsplattformen (DEXes) mittlerweile sehr einfach gestaltet, ist es nach wie vor ein Problem, nationale Fiatwährungen wie den Euro oder den US-Dollar in Krypto-Assets umzutauschen (on-ramping), oder umgekehrt (off-ramping).

Meist werden für diese Vorgänge immer noch zentralisierte Mittelsmänner, wie beispielsweise die Handelsplattform Coinbase, oder Krypto-Debitkarten benötigt. Während Dharma diese Notwendigkeit für das on-ramping zwar nicht vollständig entfernen kann, arbeitet das Unternehmen dennoch daran, den Einfluss von Mittelsmännern zu minimieren.

Dabei greift Dharma auf Smart Contracts zurück, um nicht die Kontrolle über eingezahlte Kundengelder übernehmen zu müssen. Dharma ist zudem mit Uniswap verbunden, wodurch die Gelder in jeden Token getauscht werden können, die auf Uniswap gelistet sind, ohne dass ein Mittelsmann jemals die Kontrolle über die Gelder erhält. Die Möglichkeit von direkten Fiat-Einzahlungen vom Bankkonto ist derzeit jedoch nur für die Bewohner von 13 US-Bundesstaaten verfügbar.

SuperRare verkauft digitale Kunst für 4 Mio. USD

Das Interesse an digitaler Kunst, welche durch nicht-fungible Tokens (NFTs) gehandelt wird, wächst weiter an. Die NFT-Handelsplattform SuperRare berichtet über wichtige Meilensteine, die sie im Oktober erreicht haben.

Insgesamt hat die Plattform ein Allzeit-Verkaufsvolumen von 4 Mio. USD überschritten. Davon sind 3,39 Mio. USD an die Künstler geflossen. Das Volumen ist im Vergleich zum Vormonat um 70 % angestiegen. Für viele wie den FTX-Gründer Sam Bankman-Fried stellt sich die Frage, warum sie überhaupt digitale Kunst kaufen sollten.

Natürlich kann man digitale Kunst unbegrenzt vervielfältigen. NFTs werden allerdings nur an entweder einen, oder eine begrenzte Anzahl an Käufern vergeben. Sie sind sozusagen eine Art Echtheitszertifikat für digitale Kunst. Dank Blockchain-Technologie können wir sicherstellen, dass diese Echtheitszertifikate niemals gefälscht werden können. Da NFTs dieses Problem nahezu perfekt lösen, sind sie auch entsprechend wertvoll.

Marktbericht

DeFiPulse berichtet derzeit ein Total Value Locked (TVL) von 11,00 Mrd. USD (-0,7 %). Der DeFiPulse Index steht bei 61,65 (+0,6 %).

Die größten DeFi-Plattformen sind derzeit Uniswap (2,60 Mrd., +1,2 %), Maker DAO (2,00 Mrd., +0,6 %), Compound (1,10 Mrd., +2,7 %) und Aave (950 Mio., +0,3 %).

Laut Messari haben DeFi Tokens im gewichteten Schnitt +1,0 zugelegt. Der größte Gewinner war Hegic (+13,2 %). Der größte Verlierer war yAxis (-18,1 %).

Stand: 04. November 2020, 5:20 Uhr.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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