Zentralisierte Exchanges wie Binance profitieren von den hohen Ethereum Fees

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IN KÜRZE
  • Viele unerfahrene Krypto-Neulinge haben sich noch nie Gedanken über die Probleme, die durch Zentralisierung entstehen, Gedanken gemacht.

  • Die zentralisierte Exchange Binance hat ihr DeFi-Angebot in den letzten Monaten deutlich ausgebaut und zieht deshalb immer mehr unerfahrene Markteilnehmer an.

  • Viele Kryptoenthusiasten haben Ethereum bereits als „Whale-Chain“ bezeichnet, da sich zurzeit nur Whales die hohen Transaktionskosten leisten können

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Vor allem immer mehr neue Trader und Investoren verwenden lieber zentralisierte Exchanges wie Binance anstatt dezentrale Anbieter, da sie die Ethereum Transaktionskosten vermeiden möchten.



Die DeFi-Bewegung wurde eigentlich gegründet, damit die Menschen unabhängig von zentralisierten Banken und Unternehmen sein können. Allerdings scheint der Grundgedanke immer mehr an Bedeutung zu verlieren, da die hohen Transaktionen von Ethereum die Leute dazu zwingen, zentralisierte Exchanges wie z.B. Binance zu nutzen.

Der Rekt Blog hat einen interessanten Beitrag über den möglichen Paradigmenwechsel geschrieben und sich gefragt, was die Ursachen dafür sein könnten. Die Antwort lässt sich auf eine einfache Frage reduzieren: Hat sich nur das Spielfeld verändert oder auch die Spieler?



Dezentralisierung war vor langer Zeit einer der wichtigsten Werte für die Krypto-Community

Hat sich das nur das Spielfeld verändert oder auch die Spieler?

Einige Mitglieder der Krypto-Community bereits anfangen, sich Sorgen zu machen, da zentralisierte Chains zurzeit immer populärer werden.

Planen die Verantwortlichen von Binance etwas hinter verschlossenen Türen, das wir nicht wissen sollen?

An Ethical Ethereum Suspension?

Binance hat am 19. Februar Ethereum- und ERC-20-Abhebungen vorübergehend deaktiviert, weil es angeblich „ein Überlastungsproblem“ gegeben haben soll. Allerdings sehen das viele Kryptoenthusiasten anders. Ihrer Meinung nach hat das Netzwerk zu dem Zeitpunkt ohne große Probleme funktioniert.

In dem Blogbeitrag steht, dass die Exchange sowie deren CEO, Changpeng Zhao, Ethereum schon öfters öffentlich kritisiert haben, damit ihre eigenen Produkte besser dastehen.

Da die Ethereum Transaktionsgebühren („Gas Fees“) immer teurer werden, nutzen viele Trader bzw. Investoren lieber die Binance Smart Chain. Immer mehr Krypto-Projekte kooperieren mit Binance und nutzen dabei die Binance Smart Chain. Darunter sind auch viele DeFi-Projekte, die z.B. Yield-Farming anbieten.

Der Rektblog hat Calvin Chu interviewt und ihn gefragt, ob Binance wirklich vorhat, den Platz der aktuell zweitgrößten Kryptowährung Ethereum einzunehmen. Zhan ist der Meinung, dass das durchaus möglich ist, da Marktkapitalisierung von BNB bald die von ETH übersteigen könnte. Seit Anfang 2021 ist die Marktkapitalisierung von BNB extrem angestiegen. Inzwischen ist BNB die drittgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung.

Auf die Frage, ob die zunehmende Akzeptanz von Produkten wie Binance Smart Chain einen negativen Einfluss auf dezentralere Systeme hat, antwortete Chu:

Ich denke, dass der Markt auf lange Sicht den Wert der Dezentralisierung erkennen wird. Beispielsweise werden nicht-zensierbare Produkte zurecht etwas mehr Kosten. Dezentrale Kryptowährungen bieten den Menschen die Möglichkeit, selbstständig Entscheidungen zu treffen. Wenn die Menschen allerdings gerade erst dabei sind, DeFi kennenzulernen, dann bringt es nichts, wenn sie dafür mehrere hundert Dollar an Gebühren zahlen müssen. Deswegen sollten die DeFi-Entwickler an einem „Freemium-Modell“ arbeiten, um DeFi so attraktiv wie möglich zu gestalten.

Einmal Binance immer Binance

Außerdem steht in dem Blogbeitrag, dass der Großteil der Neueinsteiger, die auf Binance mit dem Krypto-Trading angefangen haben, danach auch treue Kunden bleiben. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hat die durchschnittliche Ethereum-Transaktionsgebühr wieder einen neuen Rekordwert erreicht und liegt bei über 30 US-Dollar.

Anscheinend interessieren sich die Neueinsteiger im Vergleich zu den eingefleischten Kryptoenthusiasten leider kaum für die Probleme, die Zentralisierung verursachen kann.

Viele Kryptoenthusiasten haben Ethereum bereits als „Whale-Chain“ bezeichnet, da sich zurzeit nur Whales die hohen Transaktionskosten leisten können. Beispielsweise kostet ein Tokenswap auf der Uniswap-Exchange teilweise bis zu 50 US-Dollar. Solange es keine effektive Lösung für die viel zu hohen Ethereum Transaktionskosten, wie z.B. die neuen Layer-2-Solutions oder das EIP-1559 Upgrade, gibt, werden vor allem die neuen Trader und Investoren lieber zentralisierte Exchanges wie Binance verwenden.

Übersetzt von Maximilian M.

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Martin schreibt seit zwei Jahrzehnten über Cybersicherheit und Infotech. Er hat bereits Handelserfahrung und ist seit 2017 aktiv in der Blockchain- und Kryptoindustrie tätig.

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