Der Chefjustiziar von Coinbase, Paul Grewal, hat Politikern erklärt, dass sie das CLARITY-Gesetz nicht unterstützen können, wenn sie gleichzeitig Belohnungen für Krypto ablehnen. Seine öffentliche Erklärung erfolgt, während die Verhandlungen im Senat über Stablecoin-Renditen in eine entscheidende Phase gehen.
Grewals Widerspruch wurde in einem öffentlichen Beitrag auf X veröffentlicht. Er stellte die Debatte für die Abgeordneten, die den Rendite-Kompromiss von Tillis und Alsobrooks abwägen, als eine Entscheidung zwischen zwei Alternativen dar.
Banken und Krypto stehen beim Thema Stablecoin-Rendite im Konflikt
Der Gesetzentwurf von Thom Tillis und Angela Alsobrooks sieht ein Verbot für passive Renditen auf Stablecoin-Guthaben vor. Nur enge, aktivitätsbezogene Belohnungen, die direkt mit Zahlungen, Transfers oder der Nutzung einer Plattform zusammenhängen, wären erlaubt. Bankengruppen haben für eine noch strengere Regelung geworben. Sie argumentieren, dass Belohnungen auf ruhenden Guthaben zu einem Abfluss von Einlagen bei traditionellen Banken führen könnten.
Grewal hat dieses Argument des Einlagenabflusses seit Monaten zurückgewiesen und bezeichnet es als theoretische Behauptung, die nicht durch Daten belegt sei. Ein aktueller Bericht des Council of Economic Advisers im Weißen Haus stützt seine Sichtweise. Dem Bericht zufolge würde ein Verbot von Stablecoin-Rendite das Kreditwachstum von Banken nur um 0,02% steigern.
Laut Bloomberg Intelligence machten ertragsbezogene Einnahmen mit Stablecoins etwa 19% der Coinbase-Umsätze im Jahr 2025 aus. Daher ist der finale Gesetzestext auch für die Börse und ihre größten Wettbewerber finanziell bedeutsam.
Die Zeit für das Gesetzgebungsverfahren läuft ab
Senatorin Cynthia Lummis warnte, dass das Gesetz bis 2030 verschoben werden könnte, wenn das Zeitfenster bis zu den Zwischenwahlen verpasst wird. Der Bankenausschuss im Senat nahm es aus dem Kalender für den 20. April heraus. Diese Entscheidung hat die Sorgen verstärkt, dass die Zeit knapp wird.
Grewals jüngste Einmischung verschärft daher die politische Abwägung für noch unentschlossene Senatoren. Der derzeitige Kompromiss zwingt sie, zwischen der Banken-Lobby und einem Krypto-Sektor zu wählen, welcher aktivitätsbasierte Belohnungen als Mindeststandard sieht.
Ob dieser Mindeststandard die Ausschussphase übersteht, entscheidet, ob das CLARITY-Gesetz den Senat im Jahr 2026 passiert.





