Wie viele Bitcoins wird es jemals geben?

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IN KÜRZE
  • Bitcoin wurde mathematisch so konzipiert, dass es sich als Hedge gegen die Inflation des Fiat-Money-Systems eignet.

  • 90% aller Bitcoin wurden bereits hergestellt, sind verloren gegangen oder befinden sich im Umlauf.

  • 2140 wird vermutlich der letzte Bitcoin gemint werden.

  • promo

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Einer der Gründe, warum Bitcoin (BTC) für viele Leute im Vergleich zu anderen Währungen so attraktiv ist, ist das limitierte Angebot der Kryptowährung. Das Asset ist von Natur aus deflationär. Die Nachfrage nach dem Asset steigt weltweit immer mehr an, da die Gelddruckmaschinen aller Zentralbanken rund um die Uhr laufen.



Bitcoin wurde mathematisch so konzipiert, dass es ein als Hedge gegen das problembehaftete Bankensystem fungiert, das zuletzt die große Wirtschaftskrise im Jahr 2008 verursacht hatte. Mehr als ein Jahrzehnt später befindet sich die Weltwirtschaft wieder in einer großen Krise und die Banken drucken Geld, als gäbe es kein Morgen mehr. Sie versuchen damit, die Wirtschaft vor dem finanziellen Kollaps zu bewahren.

Fast 90% aller je existierenden Bitcoin wurden bereits gemint, befinden sich im Umlauf oder sind für immer verloren. Deshalb wird das verfügbare Angebot nicht mehr wirklich zunehmen. Auf dem Chart sieht man, wie viele in den kommenden Jahren noch hergestellt werden.



Bitcoin Inflation vs. Time. Quelle: bitcoinblockhalf.com

Lass uns einen Blick in die Vergangenheit werfen, um zu verstehen, was hinter dem mathematischen Konzept steht und zu evaluieren wie viele Bitcoin tatsächlich noch übrig sind.

Bitcoin 2008-2014

Schon bevor es Bitcoin gab, haben einige Entwickler bereits an Kryptowährungen gearbeitet. Dazu zählt beispielsweise Wei Dai, der 1998 am B-Money arbeitete. Der Entwickler von Bitcoin mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto werkelte wahrscheinlich schon Anfang 2008 an seinem Whitepaper. Im Oktober 2008 veröffentlichte er das Whitepaper mit dem Titel „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ .

In dem neun Seiten langen Whitepaper besschrieb er das Design und die Gründe für die Entwicklung genauer. Er beabsichtigte, eine anonyme, Vertrauens-unabhängige und dezentrale Währung zu erschaffen. Zuvor hatte das noch keiner geschafft. In dem Whitepaper steht:

Was wir brauchen ist ein elektronisches Bezahlsystem, das auf kryptografischer Technik und nicht auf Vertrauen basiert. Damit können zwei Parteien direkt Transaktionen durchführen, ohne das sie dafür eine dritte Vertrauenspartei benötigen.

Satoshi war kein Fan des modernen Bankensystems und insbesondere kein Freund des Fractional-Reserve-Bankings („Mindestreserve-System“). Banken benötigen aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen nur einen kleinen Teil der Summe (die Mindestreserve), die sie verleihen möchte, als Sicherheit auf ihren Konten zu hinterlegen. Die Banken können damit ein Vielfaches der sich auf den Kundenkonten befindenden Gelder verleihen.

Am Anfang gab es noch keine wirklichen Bitcoin-Bezahlungen. Die damaligen Transaktionen fande rein zu Testzwecken statt. Die erste Bezahlung mit Bitcoin gab es im Jahre 2010. Damals hatte der berühmte Laszlo Hanyecz 10.000 BTC für eine Pizzabestellung im Wert von 25 USD bezahlt.

Im ersten Jahr nach der Erschaffung von Bitcoin gab es noch keine Exchanges, auf denen man BTC in Fiatgeld oder umgekehrt tauschen konnte. Jed McCaleb war der erste Gründer einer solchen Exchange. Die Domain mtgox.com, früher bekannt als „Magic: The Gathering Online Exchange“, verwandelte sich bald in die erste Krypto-Exchange mit dem Namen Mt. Gox.

Bitcoin 2014 bis 2021

Im Jahre 2014 war Mt. Gox für rund 70% aller weltweiten Bitcoin-Transaktionen verantwortlich. Doch der Druck auf die Exchange ist im Laufe der Zeit immer größer geworden. Außerdem wurde die Exchange vom US-Markt aufgrund regulatorischer Beschlüsse verbannt. Deshalb sind damals über 744.000 Bitcoin verloren gegangen.

Da das Asset immer populärer geworden und der Bitcoin Kurs immer weiter angestiegen ist, sind im Laufe der Zeit weltweit neue Exchanges und Plattformen entstanden. Am 3. Januar 2019, zehn Jahre nach der Erschaffung von Bitcoin, ist Bitcoin zu einem weltweit anerkanntes Asset geworden. Damals lag der BTC Kurs noch bei 3870 USD.

Wieviele Bitcoin werden noch geminted?

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung befinden sich rund 18,6 Millionen Bitcoin im Umlauf bzw. rund 88,6% aller Bitcoin, die jemals erschaffen werden. Das bedeutet, es gibt noch rund 2.4 Millionen BTC, die noch gemint werden. Aufgrund der mathematischen Modellierung, die hinter Bitcoin steckt, wird es noch rund 119 Jahre dauern, bis die letzten 11,4% hergestellt wurden.

2140 werden, wie man auf dem Chart oben sieht, aufgrund der Codierung wahrscheinlich keine BTC mehr gemint werden. Alle vier Jahre wird die Zahl der Bitcoins pro geminten Block halbiert.

Nach 10 Minuten ist ein neuer Block gemint, für den man aktuell 6.250 BTC erhält. 2024 sinkt die Prämie auf 3.125 BTC pro Block. Das ganze wiederholt sich, bis kein neuer Bitcoin mehr hergestellt wird. Aktuell werden 900 BTC pro Tag gemint.

Aufgrund des Halving-Features haben viele Leute bereits das „stock to flow“ -Model benutzt, um den zukünftigen Bitcoin Kurs abzuschätzen. Die Anzahl aller BTC (der Stock) wird dabei durch die Zahl der neu generierten BTC (dem Flow) geteilt. Bitcoin ist eine „harte“ Währung, die aufgrund der deflationären Tendenz immer mehr an Wert gewinnt.

Die Knappheit in Kombination mit einer steigenden Nachfrage führt zu einem Anstieg des Preises. Vermutlich deshalb haben viele institutionellen Anleger Bitcoin selbst bei hohen Preisen akkumuliert. Außerdem möchten sie sich mit Bitcoin vor den Auswirkungen der Fiskalpolitik, sprich vor den Auswirkungen der anstehenden Inflation, schützen. Daher ist es durchaus denkbar, dass die Anleger das Asset nicht verkaufen werden, da sie von einem langfristigen Preisanstieg ausgehen. Durch die Kaufaktivitäten der institutionellen Anleger wird das Angebot wahrscheinlich noch knapper werden.

Wie viele Bitcoin sind verloren gegangen?

2018 hatten Branchenexperten geschätzt, dass mindestens 4 Millionen Bitcoins verloren gegangen sind, 2 Millionen wurden gestohlen.

Das bedeutet, dass das tatsächliche aktuelle Angebot eigentlich nur bei rund 14.5 Millionen und nicht 18.5 Millionen Bitcoin liegt. Das Wall Street Journal geht sogar davon aus, das auf 20% aller existierenden BTC nicht mehr zugegriffen werden kann.

Timothy Peterson, der Manager von Cane Island Alternative Advisors, prognostizierte in einem Research Paper von 2020, das im Schnitt jeden Tag rund 1.500 BTC verloren gegangen sein werden. Daher werden laut seinen Schätzungen nur 14 Millionen der 21 Millionen Bitcoin, die es jemals geben wird, auch tatsächlich verfügbar sein.

1337

Die Zahl 1337 symbolisch steht für „Leet“ (Elite) und wurde damals durch den Gebrauch in der Gamer Szene populär. Auch im Zusammenhang wurde das Wort des Öfteren verwendet. Angeblich reichen 0.1337 Bitcoin, um zu der globalen Investor-Elite zu gehören. Sollte der Kurs irgendwann einmal sieben-stellig sein, wie es manche Modelle oder Experten prognostizieren, dann wird die Behauptung der Realität entsprechen.

Der Bitcoin Kurs ist gerade etwas gesunken.

Am besten jetzt 0.1337 BTC kaufen und bis 2030 hodln!#1337Bitcoin
Das ist der Mindestbetrag, den ich kaufen und für 10 Jahre halten würde.

Wenn man 0.1377 BTC bis 2030 hält, dann ist man bis dahin Teil der globalen Elite.

— Brad Mills (@bradmillscan) January 10, 2021

Hätte man die 0.1337 BTC bei dem letzten Allzeithoch von rund 42.000 USD verkauft, dann hätte man jetzt rund 5.600 USD. Sollte der Kurs in den nächsten 10 Jahren bei einem zweistelligen Millionenbetrag liegen, dann sind das natürlich weit aus mehr. Wenn man zurzeit nur einen einzigen Bitcoin besitzt, dann hat man bereits jetzt ein wesentlich höheres Vermögen als der Otto Normalverbraucher, der wohl kaum einige zehntausend USD auf der hohen Kante hat.

Wieviele Bitcoin Whales gibt es?

Die meisten Bitcoin sind auf einige wenige Adressen verteilt. Aufgrund der jüngsten Kaufaktivitäten von Investoren wie Grayscale und Microstrategy, die teilweise tausende BTC am Tag kaufen, hat sich dieser Trend noch verstärkt. Außerdem soll Satoshi selbst rund 1 Million Bitcoin gemint haben, die er seitdem nicht mehr bewegt hat.

Laut der Bitcoin Rich List, befinden sich 14% aller aktuell verfügbaren BTC auf 101 Adressen. Das sind umgerechnet rund 90 Milliarden USD. Die meisten Adressen sind allerdings die Konten der großen Exchanges. Auf rund 30% aller Bitcoin Adressen befinden sich zwischen 1.000 und 10.000 BTC.

Die Hälfte aller Adressen hält weniger als 0.001 BTC. Ca. 85% aller aktuell existierenden Bitcoin sind auf Wallets verteilt, auf denen mindestens 10 BTC liegen.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen bzw. die Whales ihre BTC nicht verkaufen, dann sinkt das verfügbare BTC-Angebot noch weiter. Der Durchschnittsbürger wird es also immer schwerer haben, Bitcoin zu kaufen.

Angebot und Nachfrage

2.4 Millionen Bitcoin werden in den kommenden 119 Jahren noch geminted werden. Da rund 90% aller Bitcoin, die jemals existieren werden, entweder verloren gegangen sind oder sich bereits im Umlauf befinden, wird sich das Angebot in der nächsten Zeit wohl kaum erhöhen.

Januar 2021
137 Millionen Nutzer, 18.6 Millionen BTC, 3.8 Millionen sind verloren gegangen => 0.11 BTC pro Person im Durchschnitt

Januar 2025
1 Milliarde Nutzer (geschätzt), 19.8 Millionen BTC, 3.8 Millionen verloren
=> 0.016 BTC pro Person

Nach der Mass-Adoption
8 Milliarden+ Nutzer, 21 Millionen BTC, 3.8 Millionen verloren
=> 0.002 BTC pro Person

Das zeigt, wie früh ihr immer noch dran seid.

— Willy Woo (@woonomic) January 4, 2021

In dem jetzigen Marktzyklus haben die institutionellen Anleger trotz der verhältnismäßig hohen neuen Preise weiter gekauft, und deren Kaufaktivitäten werden aufgrund der aktuellen globalen wirtschaftlichen Situation wahrscheinlich nicht abnehmen.

In den letzten 12 Jahren seit seiner Entstehung hat der Bitcoin Kurs immer wieder neue Rekordwerte erreicht, aber auch einige Bärenmärkte erlebt. Die Krypto-Bullen und die Krypto-Bären haben sich in den letzten 4 großen Marktzyklen einige Schlachten geliefert, trotzdem ist der bullische Langzeittrend nach wie vor intakt.

Es gibt nur wenige Szenarien, wie z.B. ein globaler Stromausfall oder das Ende des uns bekannten Internets, die dem jetzigen bullischen Trend ein Ende setzen könnten.

Geschrieben von Martin Young, übersetzt von Maximilian M.

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Martin schreibt seit zwei Jahrzehnten über Cybersicherheit und Infotech. Er hat bereits Handelserfahrung und ist seit 2017 aktiv in der Blockchain- und Kryptoindustrie tätig.

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