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Elon Musk, Krieg und dezentrale soziale Medien

5 min
Aktualisiert von Toni Lukic
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IN KÜRZE

  • Wird Big Tech für immer regieren oder können dezentrale soziale Medien das ändern?
  • Jetzt ist Moderation statt Zensur auf den sozialen Plattformen gefragt.
  • Dezentrale soziale Medien bieten einen großen Mehrwert für die Nutzer.
  • promo

Da sich die sozialen Medien aufgrund aktueller Ereignisse rasend schnell verändern, gewinnt die Frage der Dezentralisierung immer mehr an Bedeutung.

Die Welt der digitalen Kommunikation ist nicht statisch. Soziale Medien haben sich zu einer tragenden Säule in unserem Leben entwickelt. Die Art und Weise, wie wir online miteinander interagieren, wird immer mehr von den “Big Tech” bestimmt. Aber stellt das Leben unter diesen Tech-Giganten eine Bedrohung für eine erfolgreiche digitale Unabhängigkeit dar?

Das Gute, das Böse und das Zentralisierte

Erst kürzlich hat der Konflikt in der Ukraine gezeigt, dass die sozialen Medien ein mächtiges, aber auch problematische Tool sind. Viele bezeichnen dies als den ersten “Social-Media-Krieg“. Zuvor wurden Konflikte wie der US-Vietnam Krieg als erster “TV-Krieg” bezeichnet.

Auf der einen Seite werden soziale Medien dazu genutzt, Hilfsbemühungen zu unterstützen und auf die Ereignisse aufmerksam zu machen. Auf der anderen Seite wird die Realität durch Deepfakes und das Verbreiten von Fehlinformationen verzerrt. Die Zentralisierung vieler großer sozialer Medien hat eine leichtere Zensur von Ideen und Personen ermöglicht. Natürlich schränken solche Maßnahmen die freie Meinungsäußerung ein, die viele dieser Plattformen ursprünglich förderten.

Zusätzlich zu diesem Konflikt sorgten die News über den Twitter-Kauf von Elon Musk für Stirnrunzeln. Musk behauptet, dass eine große Motivation darin bestand, die Meinungsfreiheit auf der Plattform zu fördern. Kritiker sind jedoch skeptisch, was die Privatisierung der Plattform durch den reichsten Mann der Welt angeht. Tatsächlich ist es allerdings egal, ob es einem einzelnen Mann oder einem Big Tech-Unternehmen gehört. Diese Plattformen bleiben zentralisierte Monopole unserer digitalen Realität.

Wer ist Big Tech?

Unter dem Gewand Big Tech verbergen sich fünf große Namen. Darunter Alphabet (Google), Amazon, Apple, Meta (Facebook) und Microsoft. Diese Unternehmen haben einen unverhältnismäßig großen Einfluss auf die Art und Weise, wie die Welt funktioniert. Ihre Technologie stellt die Grundlage für die meisten wichtigen Systeme in unserer modernen Gesellschaft.

Die meisten der großen sozialen Medien, von Facebook über Instagram, bis hin zu YouTube und Twitter, stehen mit diesen Unternehmen in Verbindung. Sie verfügen über den Schlüssel zu unseren Daten, Ideen und Identitäten.

Was sind dezentrale soziale Medien?

Wenn Dezentralisierung bereits Lösungen für Probleme der zentralen Finanzen und Informationsspeicherung bieten kann, kann es sicherlich auch die Fehler der zentralen sozialen Medien beheben.

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, was dezentrale soziale Medien genau sind und wie sich diese von traditionellen Plattformen unterscheiden. BeInCrypto hat mit Alex Siman gesprochen, um die Unterschiede besser zu verstehen. Er ist Gründer von Subsocial, einem offenen Protokoll für dezentrale soziale Netzwerke und Marktplätze.

Ein Bild von BeInCrypto.com
Ein Bild von BeInCrypto.com

Dezentral vs. zentral: Die Hauptunterschiede

Einfach gesagt laufen dezentrale soziale Netzwerke über unabhängig betriebene und überprüfte Server auf einer Blockchain. Im Gegensatz dazu laufen die normalen sozialen Netzwerke auf zentralen Servern, die im Besitz eines einzigen Unternehmens sind. Deswegen haben Nutzer und Gründer dezentraler sozialer Netzwerke mehr Kontrolle und auch mehr Autonomie.

Siman nannte weitere große Unterschiede und Vorteile der dezentralen sozialen Netzwerke. Dazu zählen “Open-Source Algorithmen, die Monetarisierung ohne Mittelmänner, der Widerstand gegen die Zensur, weniger Bots und Spam und benutzereigene Social Graphs“.

Zensur vs. Moderation

Die Dezentralisierung des Online-Spaces mit radikalen Ideen und Ansichten könnte ein Problem darstellen. Es ist jedoch wichtig klarzustellen, dass dezentrale soziale Plattformen nicht automatisch einer totalen Anarchie und Extremismus entsprechen. In einem TED-Talk einige Tage vor seiner Twitter-Übernahme sagte Musk, dass der Online-Diskurs so “frei wie nur möglich” sein sollte. Um dies zu erreichen, muss die richtige Balance an Moderation gefunden werden.

Zensur und Moderation sind zwei unterschiedliche Dinge. Das eine verbietet die öffentliche Meinungsäußerung, während das andere einen konstruktiven Diskurs und die Neukonzeption von Gesprächen fördert.

“Dezentrale Plattformen sind zwar zensurresistent, können aber dennoch moderiert werden”, so Siman. “Subsocial zum Beispiel ist das soziale Netzwerk des Web3. Trotzdem müssen Nutzer zum Interagieren Webanwendungen verwenden. Diese Webanwendungen können eine Moderation beinhalten, um sie sauber zu halten. Wenn problematische Akteure ihre Inhalte sichtbar machen wollen, müssen sie also ihre eigene Webanwendung hosten. Aus Sicht des Netzwerks kann es also komplett dezentral und zensurresistent sein und gleichzeitig aus der Sicht der Nutzer sauber und ordentlich bleiben.”

Konstruktive Kommunikation

Ein weiteres Beispiel für Zensur vs. Moderation ist das soziale Netzwerk für politischen Diskurs Etha. Die Plattform ist zurzeit noch nicht auf einer Blockchain, will dies in Zukunft jedoch ändern. Etha ist stolz darauf, die Zensur mithilfe der Moderation des Diskurses und der Unterteilung in “konstruktiv vs. dekonstruktiv” zu umgehen. Nicole Ogloza, Mitbegründerin von Etha sagt, dass solche Labels “genutzt werden, um Menschen davon abzuhalten, Vermutungen anzustellen und zu den Gesprächen zurückzuführen”.

Konstruktive Unterhaltungen werden den Nutzern grün angezeigt. Diejenigen, die diese Unterhaltungen ermöglichen, erhalten “Belohnungspunkte auf der Plattform, die sie für den Krypto-Handel verwenden können, oder Punkte, die sie als Gemeinschaft für exklusive Angebote sammeln können”. Diejenigen, die als dekonstruktiv gekennzeichnet werden “werden zwar nicht gebannt, erhalten aber einen roten Punkt, der signalisiert, dass sie möglicherweise nicht die Freundlichsten sind”.

Eine solche Moderation, sei es durch eine KI, wie bei Etha, oder durch Community-Mitglieder, hat das Potenzial dezentrale soziale Räume auf die nächste Eben der Online-Interaktion zu heben.

Wie auch in anderen Bereichen der dezentralen Landschaft gibt es Trends, die sich abzeichnen und die für oder gegen bestimmte Innovationen sprechen. Im Bereich der dezentralen Netzwerke ist die finanzielle Integration ein großer Trend. Siman bezeichnet dies als “SoFi”.

“Wir hatten bereits DeFi und dann GameFi. Als Nächstes kommt SoFi. Dinge wie die Integration von Trinkgeldern oder Spenden direkt in soziale Netzwerke, die Zusammenführung von Plattformen wie Patreon und Twitter und soziale Token für Communitys.”

Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass Monetarisierung allein nicht der einzige Anreiz in solchen Netzwerken sein kann. Die Hoffnung auf einen besseren Diskurs im Allgemeinen ist Preis genug. “Konstruktive Kommentare zeigen auch, wie schnell wir Fragen der Politik und der Rechtssetzung auf einer gemeinschaftlichen Ebene lösen und dann einen Mittelweg auf nationaler Ebene finden können”, sagt Ogloza.

Komplett freie soziale Medien

Die Ecke der sozialen Medien der dezentralen Welt steckt noch in den Kinderschuhen. Zum Teil aufgrund der Neuheit des Raumes an sich, zum Teil aber auch wegen der Dominanz der Big Tech. Die Welt verändert sich allerdings und so verändern sich auch die Bedürfnisse der Gesellschaft – sowohl online als auch offline.

Wenn Milliardäre öffentlich unsere Online-Räume übernehmen und Konflikte die Freiheit einschränken, wächst der Bedarf an zensur- und bias-resistenten digitalen Räumen. Allein die Zeit wird zeigen, wie und wann dezentrale soziale Medien die digitale Welt erobern werden.

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Savannah Fortis
Savannah Fortis ist eine Multimedia-Journalistin, die Geschichten über die Schnittstellenkultur, internationale Beziehungen und Technologie berichtet. Durch ihre Reisen wurde sie bereits 2017 in die Crypto-Community eingeführt und interagiert seitdem mit dem Raum.
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