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Unternehmen im Metaverse: Innovation oder Aufrechterhaltung des Monopols?

5 min
Aktualisiert von Julian Brandalise
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IN KÜRZE

  • Immer mehr Marktriesen wollen Teil des Metaverse werden.
  • Laut Mohammed könnte der Eintritt der großen Unternehmen ein "Lehrbuchbeispiel für eine Überwachungswirtschaft" sein.
  • Der Eintritt hat nicht nur positive Seiten, besonders die Privatsphäre muss deshalb geschützt werden.
  • promo

Es ist kein Geheimnis, dass immer mehr große Unternehmen in die digitale Realität einsteigen. Aber stellt der Eintritt von Marktriesen eine Gefahr für die Wiedergeburt der Online-Welt dar?

Das Metaverse wird auch außerhalb von Science-Fiction-Bücher immer realer und Einzelpersonen, Marken und Unternehmen wollen alle ein Teil davon werden. Es ist sicherlich keine Überraschung, dass technikbezogene Unternehmen wie Meta oder E-Commerce-Riesen wie Amazon in diesem Rennen ganz vorne mit dabei sind.

Allerdings tummeln sich nicht nur die Technologie-Unternehmen im Metaverse. Auch Spotify, Walmart, Shopify, JP Morgan und Gucci gehören zu den großen Unternehmen, die ein Auge auf das Metaverse geworfen haben.

Aber bedeutet der Einstieg von Handels-, Finanz- und Tech-Giganten auch eine robustere Online-Welt, in der alles möglich ist? Oder wiederholen sich an der Spitze nur wieder die Unternehmen, die die meiste Kontrolle und den größten Einfluss auf unser digitales Leben haben?

Ein bescheidener Start

Die dezentrale, digitale Welt ist ein Ort des Ausdrucks. Es ist ein Ort für mehr Freiheit und Kreativität auf vielen Ebenen, nicht nur in finanzieller und technischer Hinsicht. Dein digitaler Avatar im Metaverse kann zum Beispiel vollständig aus deiner Vorstellung heraus entstehen und muss nichts mit deinem Aussehen im echten Leben zu tun haben. Dein digitales Zuhause kann Farben, Formen und Größen haben, die in der realen Welt gar nicht möglich sind.

Online Interaktionen werden zu völlig neuen, immersiven Erfahrungen im Metaverse. Die musikalische Welt der Sandbox zum Beispiel hebt Konzert-Livestreams auf eine neue Ebene. Und eine Kombination aus Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) ermöglicht neue Umgebungen.

Ähnlich wie bei den Anfängen des Internets gibt es jetzt die Web3-Technologien, um zentralisierte Probleme zu umgehen. Das Internet war ein Ort der Meinungsfreiheit und des Ausdrucks. In den frühen Versionen des Internets gab es noch weniger Zensur, Datenerfassung und Datenschutzbedenken als heute. Als “Big Tech” jedoch begann, dem Namen gerecht zu werden, veränderten sich das Internet und unsere Interaktion mit dem Internet für immer.

Anfänglich hatten die Krypto- und Blockchain-Szene fast einen anarchistischen Touch

Bei den Technologien und deren Produkten handelt es sich aber dennoch häufig um Neuerfindungen von Systemen, die in einer zentralisierten, physischen Realität, bereits von den Großen im Geschäft monopolisiert wurden.

Wieder einmal sehen wir Tech-Giganten und andere Großunternehmen eine neue Technologie für sich entdecken und formen.

Ein Bild von BeInCrypto

Welche Unternehmen sind bereist im Metaverse?

Wir reden die ganze Zeit über die “großen Unternehmen” im Metaverse, aber über wen genau reden wir da eigentlich?

Es ist wenig überraschend, dass vier der fünf “Big Tech”-Unternehmen bereits stark in das Metaverse investiert haben. Dazu gehören Alphabet (Google), Amazon, Meta (Facebook) und Microsoft. Apple lehnte den Fokus auf AR/VR Anfang des Jahres noch ab.

Neben den Technologie-Unternehmen finden auch andere große Marktteilnehmer einen Platz im Metaverse. Hier sind zwei Beispiele.

McDonald’s

Im Februar dieses Jahres reichte McDonald’s zehn Markenanmeldungen für das Metaverse ein. Das Fastfood-Restaurant mit Kultstatus plant ein “virtuelles Restaurant, das reale und virtuelle Waren anbietet.” Dazu gehört auch ein virtuelles Restaurant mit einem Lieferservice.

Neben Angeboten, die traditionell mit McDonald’s in Verbindung gebracht werden, will das Unternehmen auch “herunterladbare Medien” wie Kunst, Audiodateien, Videodateien und Non Fungible Tokens (NFTs) anbieten.

Derzeit hat McDonald’s den größten Marktanteil in der gesamten Fast-Food-Branche. Das Unternehmen ist quasi mit der Globalisierung gleichzusetzen, da es Restaurants in über 120 Ländern hat. Der Umsatz beläuft sich auf fast 10,5 Milliarden US-Dollar jährlich.

McDonald’s bietet weltweit Millionen von Arbeitsplätzen und ist eine günstige und schnelle Essensoption für Familien. Aber die Auswirkungen des Unternehmens sind nicht nur positiv. Die ungesunden Lebensmittel, der Verlust der lokalen Kultur und natürlich die Marktbeherrschung sind besorgniserregend.

Ein Bild von BeInCrypto

Walmart

Ein weiterer Riese mit Plänen für die digitale Realität ist Walmart. Im Dezember 2021 meldete Walmart Markenpatente im Metaverse an. Über die genauen Details dieser Patente gibt es allerdings kaum Informationen. Bekannt ist, dass sie sich auf den Verkauf virtueller Waren, die Einführung einer virtuellen Währung und NFTs beziehen.

Statistiken von Statista zufolge ist “Walmart das größte Einzelhandelsunternehmen der Welt”. Das Unternehmen ist in 26 Ländern tätig und erwirtschaftet einen weltweiten Umsatz von 573 Milliarden US-Dollar.

Wenn Unternehmen dieser Größe in den Web3-Space eintreten, fördert ihr Reichtum dann die Innovation und Kreativität oder setzt sich das Monopol einfach weiter fort?

Was sagen Experten zum Eintritt der großen Unternehmen?

Wenn Unternehmen das Metaverse oder einen anderen digitalen Raum betreten, ist die größte Sorge selbstverständlich die Privatsphäre. In der dezentralen Welt steht zusätzlich noch die Dezentralisierung auf dem Spiel, etwas wofür die Community sehr hart arbeitet.

BeInCrypto sprach mit Dr. Anish Mohammed über dieses Thema. Mohammed ist CTO bei Panter Protocol, einer End-to-End-Lösung, die die Privatsphäre im Web3 und bei DeFi-Anwendungen sicherstellt. Der CTO sammelte bereits mehr als 20 Jahre Erfahrung in den Bereichen Sicherheit und Kryptografie und gründete die UK Digital Currency Association mit. Er überprüfte das Orange Paper von Ethereum und ist in Beiräten führender Unternehmen wie Ripple tätig.

In seinen Augen ist Privatsphäre ein wichtiges Thema im Web3. Mohammed erklärt, dass der Eintritt der großen Unternehmen in das Metaverse wahrscheinlich “ein Lehrbuchbeispiel für die Überwachungswirtschaft” sein wird.

“Daten entfesseln Macht und das Potenzial Geld zu verdienen, und Unternehmen haben bereits oft bewiesen, dass sie die Gewinne über die Menschen stellen.”

“Für die Endnutzer kann das besonders im Hinblick auf den Datenschutz und die Datensicherheit negative Folgen haben. Das Datensammeln ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Sind die Daten erst einmal gesammelt, ergeben sich ganz neue Fragen: Wer kann auf die Daten zugreifen, wie werden die Daten verwendet und wo werden sie gespeichert?”

Mohammed nannte zwei mögliche Szenarien für die Folgen, die der Eintritt großer Unternehmen in das Metaverse haben kann

Negativ: Wenn sich das Metaverse weiter ausbreitet und die Massenadoption voranschreitet, gibt es vielleicht keine Privatsphäre mehr. “Die wahrscheinlich alarmierendste Folge wäre die Auslöschung des Rechts auf Privatsphäre. Unterm Strich besteht für Unternehmen immer ein finanzieller Anreiz, Daten zu sammeln und zu verwerten, unabhängig von den Auswirkungen für den Einzelnen.”

Positiv: Große Marken sorgen automatisch für Aufsehen bei der breiten Masse. Das könnte die Menschen der digitalen Welt näherbringen und die Neugier auf andere dezentrale Web3-Technologien wecken, die sie bisher nicht kannten oder denen sie nicht vertrauten. “Denk einmal an den Amazon Effekt und daran, wie der Aufstieg des E-Commerce-Unternehmens das Einkaufsverhalten vollständig verändert hat. Stell dir jetzt vor, wie das Metaverse in ähnlicher Weise unser tägliches Leben, wie wir es kenne, verändern könnte.”

“Die riesigen Kapitalmengen der Unternehmen können aufregende neue Innovationen in schnellerem und größerem Maßstab vorantreiben. Eine starke Finanzierung verbunden mit einer starken Markenbekanntheit, bietet Unternehmen die Möglichkeit, die Adoption des Metaverse im Mainstream zu beschleunigen.”

Die Zukunft ist jetzt

Große Unternehmen treten in Scharen in das Metaverse ein. Jetzt ist es daher an der Zeit, darauf zu achten, wie die Dinge aufgebaut sind. Es werden Bildungsveranstaltungen für Unternehmen angeboten und die Preise für Immobilien im Metaverse sinken. Du solltest ein Auge darauf haben, wer die Gelegenheiten, die sich bieten, auch nutzt.  

Wie bereits erwähnt, ist der Eintritt von Unternehmen in das Metaverse nicht nur positiv. Es liegt einmal mehr in den Händen der Entwickler und der Menschen dafür zu sorgen, dass dieser neue Raum, der Tag für Tag entsteht, Raum für die Freiheit, den Ausdruck und die Innovation bietet, für die er geschaffen wurde.

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Savannah Fortis
Savannah Fortis ist eine Multimedia-Journalistin, die Geschichten über die Schnittstellenkultur, internationale Beziehungen und Technologie berichtet. Durch ihre Reisen wurde sie bereits 2017 in die Crypto-Community eingeführt und interagiert seitdem mit dem Raum.
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