JP Morgan: Solana & Co könnten Ethereum aus dem DeFi-Markt drängen

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IN KÜRZE
  • Der Ethereum-DeFi-Marktanteil ist 2021 von 95% auf 66% gesunken. JP Morgan Analysten argumentieren, dass sich dieser Trend fortsetzen könnte.

  • Erst 2023 wird Ethereum die Skalierbarkeitsprobleme lösen können. Andere DeFi-Chains wie Solana könnten währenddessen immer mehr Marktanteile erobern.

  • Vitalik Buterin arbeitet an dem neuen EIP-1557, mit dem die Gas-Gebühren noch vor dem Sharding gesenkt werden könnten.

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Ethereum ist quasi die “Heimat” von DeFi. Nahezu alle DeFi-Projekte entstanden ursprünglich auf der ETH-Blockchain. Mit der (Weiter-) Entwicklung von Solana, der Binance Smart Chain und anderen Chains sank der DeFi-Marktanteil von Ethereum 2021 jedoch stark ab. Die Analysten von JP Morgan gaben vor kurzem eine düstere Prognose über die Entwicklung von Ethereum im DeFi-Bereich für 2022 und 2023 ab.

Laut einem Bloomberg News-Report gehen die Analysten von JPMorgan davon aus, dass Ethereum im Laufe des Jahres 2022 bzw. 2023 seine Vorreiterstellung im DeFi-Markt aufgrund des Wachstums modernerer Blockchains, wie z.B. Solana verlieren könnte.

Ethereum-DeFi-Dominanz sank 2021 um 30%

Auf dem Chart des DeFi-Tracker DeFiLama kannst die Entwicklung des DeFi-TVL (“Total Value Locked”= der Wert der in DeFi-Assets, die auf einem Protokoll im Staking sind) von August 2020- dato sehen. Der Ethereum-Anteil schrumpfte seit Anfang 2021 von 95% auf rund 66%. Der Abwärtstrend könnte sich laut der Prognose der JP Morgan Analysten fortsetzen.

DeFi Total Value Locked Ethereum und andere Chains
Ethereum DeFi-TVL prozentual 2020-2021 Quelle DeFiLama

Die Analysten erklärten, dass Ethereum bis zur Einführung der Sharding-Technologie seine Führungsrolle im DeFi-Bereich verlieren könnte. Aktuell ist Ethereum immer noch eine Proof-of-Work-Blockchain, für dessen Transaktionen das umweltschädigende Mining zum Einsatz kommt.

Die Zahl der möglichen Transaktionen pro Sekunde (15/s) ist im Vergleich zu anderen Blockchains, wie z.B. Solana (65.000), ebenfalls ziemlich gering. Die “Merge” (Die “Verschmelzung”) der ETH 1.0 Proof-of-Work-Chain mit der ETH 2.0 Proof-of-Stake-Blockchain wird Mitte bzw. Ende 2022 erwartet. Das Sharding, bei dem Daten in kleinere Blöcke aufgeilt werden, um die Skalierbarkeit zu verbessern, könnte sogar erst 2023 implementiert werden. Die JP Morgan Analysten argumentierten, dass, bis zu dem Zeitpunkt, an dem ETH 2.0 vollständig (“The Merge” und das Sharding) entwickelt ist, andere DeFi-Projekte das Rennen gewinnen könnten:

“Wir sind noch mindestens ein Jahr von der vollständigen Optimierung des Ethereum-Netzwerks entfernt. Es besteht das Risiko, dass das Ethereum-Netzwerk in dieser Zeit weitere Marktanteile gegenüber konkurrierenden Netzwerken verlieren wird.”

Bei der Verschmelzung der beiden Chains lösen die Entwickler weder das Skalierbarkeitsproblem noch die Problematik der hohen Transaktionsgebühren. Sie verändern nur den Konsensmechanismus. Die hohen Transaktionsgebühren entstehen immer dann, wenn das Netzwerk überlastet ist und die Validatoren die teureren Transaktionsgebühren zuerst verarbeiteten. Die Lösung für die Skalierbarkeit bringt erst das Sharding.

Vitalik Buterin stellt “Multidimensional EIP-1557” vor

Auch wenn Ethereum 2022 wohl eine umweltfreundlichere Proof-of-Stake-Blockchain wird, so könnte es noch mindestens ein Jahr dauern, bis ETH in Sachen Skalierbarkeit und Kosten mit modernen DeFi-Blockchains mithalten könnte. Der Ethereum-Gründer Vitalik Buterin veröffentlichte jedoch vor kurzem einen Blog-Beitrag über das multidimensionale EIP-1557, mit dem er zumindest die hohen Gasgebühren noch vor dem Sharding senken könnte.

Der Name des “Multidimensional EIP -1557” ist an das Ethereum-Improvement-Proposal 1557 angelehnt. Das EIP-1557 war einer der bedeutendsten Ethereum-Upgrades von 2021. Bei dem Upgrade optimierten die Entwickler das Gebührenmodell optimiert und führten den sogenannten Burning-Mechanismus ein. Seit dem Upgrade wird ein Teil der gezahlten ETH-Transaktionsgebühren “geburnt”, sprich für immer vernichtet. Nach der “Merge” der beiden Chains wird Ethereum voraussichtlich zu einem deflationären Asset, da weniger ETH erschaffen als geburnt werden.

Mit dem neuen EIP möchte Vitalik Buterin die Art und Weise, wie die einzelnen Daten an die Gas-Einheitenen zugeteilt werden, verändern. Damit soll die Menge der gesendeten Daten pro Block steigen. Da weniger Blöcke für eine Transaktion notwendig sind, sinken auch die Kosten für eine Transaktion. Allerdings bringt das neue Verfahren wieder neue Probleme mit sich. So benötigt man für den neuen Verteilungsmechanismus z.B. wieder neue Rechenoperationen. Ob die Ethereum-Community das neue EIP von Vitalik Buterin annehmen wird, und wie lange die Umsetzung dauern könnte, ist momentan noch offen.

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Maximilian M. ist Krypto-Enthusiast und handelt seit über 3 Jahren mit Kryptowährungen.

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